The Buzz-Cut (Pt. 1)

„Ja, O. Bitte NO CUT“ denkst Du, während Du am Ende der gemeinsamen Zeltwoche mit Deinem Sohn Eure Siebensachen auf die Fahrräder packst um zusammen mit ihm nach Hause zu strampeln. Nur dieses eine einzige Mal kein Abwürgen, kein Herunterdimmen dessen, was einmal in einer besonderen Situation an Offenheit und Nähe entstand. Sondern Aufrechterhalten, Bewahren der Gemeinsamkeit, des Verbundenseins. Über Gewitternächte, Fieberinfekte und Sex-Abenteuer hinaus. „Es wäre so schön“ denkst Du, innerlich seufzend. Denn, Du weisst: es wird ein Traum bleiben. Der Preis für das unerwartete Durchbrechen von radikaler, vorbehaltloser Nähe in Deiner Kommunikation, Deinen Kontakten mit O. ist die ebenso rigorose Ferne als Gegenpol. Die plötzlich einsetzende Kälte. Das hartnäckige Schweigen. Die Unerreichbarkeit. Sind in die Momente des Beieinanderseins eingeschrieben. Ein gleichmässig(er)es Dazwischen gibt es nicht. Gab es nicht. Wird es nie geben. Je mehr Du Dich daran abarbeitest, desto weniger.

Und richtig. Wie Du schon ahntest. Wie zu befürchten stand. Nach Deiner Rückkehr vom See ist der vor wenigen Tagen noch rührend um Dich besorgte O. nicht mehr vorhanden. Ausgelöscht. Wegradiert. Als hätte er nie existiert. Als hätte es die bewegenden Chats zwischen Deinem kleinen, unwetterumtobten Zelt am See und dem Haus mit den vielen Bildern niemals gegeben. „Freut mich“ antwortet er knapp, als Du Dich pflichtschuldig bei ihm zurückmeldest, kaum dass Du einen Fuss auf den Asphalt Deiner Stadt gesetzt hast. Dann jedoch nichts mehr. Tage vergehen. Leere breitet sich aus. Was Du tust. Wie es Dir geht. Wo Du bist. Es könnte egaler nicht sein. Und auch wie er selbst seine Tage verbringt, im sonnigen Spätsommer 2017 – Du bist es nicht wert, etwas davon zu erfahren. Erst als Du ihm schüchtern mitteilst, dass Dein Mann und Dein Sohn vor dem Ende der Ferien noch zwei Wochen auf der Insel im Mittelmeer verbringen werden, ändert sich O.s Chatgebaren. Frei nach dem Motto: nicht CUT. Sondern BUZZ CUT!!!

Milimeterkurz geschorenes Haar. So dass die Kopfhaut durchschimmert. Dazu dramatisches Augen-Make-up und sehr burschikose Kleidung. Mit diesem Look machen Role Models wie Cara Delevigne, Amber Rose oder Kirsten Stewart im Jahr 2017 Furore. Lassen sich feiern als Vorreiterinnen einer neuen, vom Langhaarstress befreiten Feminität. Nicht achtend, dass es unvordenklich bereits Sinead O‘ Connor, Jean Seberg und Mia Farrow gab, von Grace Jones, Annie Lennox oder Skin (Skunk Anansie) ganz zu schweigen. Und Jeanne d‘ Arc natürlich, die Erste Mutter aller kurzhaarigen, kämpferischen Frauen. Und, last but not least, Deine Wenigkeit, die sich bereits im Jahr 1985 von ihren Wuschel-Locken trennte. Und seitdem kurz-, sehr kurz-, noch kürzer gestylt daherkommt. Vor einem Maschinenhaarschnitt hast Du deshalb keine Angst. Im Gegenteil. „Es könnte cool sein“ denkst Du, als O. am 1.9.2017 um 5.24h schreibt: „Du. Ursula. Ich habe eine Bitte. Wenn wir uns morgen sehen. Darf ich dir dann deine Haare schneiden?“

„Das haben wir ja besprochen“ antwortest Du, während Du Dich bemühst wachzuwerden und Deine Kissen im Bett zurechtzuklopfen. „Also eine Glatze rasieren“ schreibt O. „Ja“ antwortest Du. „Echt?“ schreibt O. „Das haben wir vereinbart“ antwortest Du wieder. „Du hast einen Langhaarschneider oder?“ schreibt O. „Der funktioniert nicht gut“ antwortest Du. „Dann muss ich noch einen kaufen“ schreibt O. „Das wäre besser. Meiner ist nicht gut“ antwortest Du. „Und das geht echt in Ordnung?“ schreibt O. „Ja“ antwortest Du. „Krass“ schreibt O. „5 mm ok?“ tippst Du. Denn das ist die Buzz-Cut-Haarlänge von Cara und Co., soweit Du aus diversen People-Magazinen weisst. „Ja. So wie du es sagst so mach ich es! Absolut krass!“ schreibt O. „Das haben wir doch oft besprochen“ antwortest Du. „Ich dachte schon es interessiert Dich nicht mehr“ – „Es würde mich total aufgeilen dir die Haare zu schneiden!!!“ schreibt O. „Am besten ich komme zu dir. Und wir machen es in deiner Badewanne ok?“ – „Ok“ antwortest Du.

„Natürlich musst du nackt sein wenn ich dich rasiere“ schreibt O. weiter und Du fühlst, wie seine steigende Erregung durch das Handy zu Dir dringt. „Nackt im Badezimmer auf einem Duschhocker gefesselt. Nur mit Highheels!!!“ – „Ok“ antwortest Du. Denn Du weisst, dass es nicht gut wäre, den Fluss von O.s Phantasien jetzt zu stören. „Habt ihr einen Duschhocker?“ fragt O. „Einen hellblauen runden Hocker aus Kunststoff von Ikea“ antwortest Du. „Der eignet sich bestimmt!“ – „Oh ja“ schreibt O. „Babe das wird ne absolute Hammeraktion!“ – „Kommt mir auch so vor“ antwortest Du. „Es wird ein Höllentrip für dich werden!“ steigert O. weiter. „Ich kanns gerade gar nicht mehr erwarten!!! Ich will dich!!! Ich werde dich ganz heftig behandeln!! Du wirst es bereuen mir grünes Licht gegeben zu haben!!! Wirst dir im Nachhinein wünschen das es nie passiert wäre!!!“ – „Ich bleibe dabei“ antwortest Du. „Du kannst hierherkommen und mich haben!“ – „Und du weisst das ich dir deine Haare auf 1 mm abrasieren werde?“ schreibt O.

„5 mm wären mir lieber“ antwortest Du nach einer Schrecksekunde. „NEIN!“ 1 mm!“ schreibt O. „Dann sehe ich schrecklich aus… das ist die ultimative Entstellung!“ antwortest Du. „Du wirst göttlich aussehen!“ tippt O. und Du glaubst zu fühlen, dass ihm wirklich ernst ist, was er schreibt. „Mein Gesicht ist gebräunt und meine Kopfhaut bleich“ antwortest Du. „Das wird schrecklich. Aber.. ich akzeptiere es!“ – „Danke mein Engel! Ich liebe dich“ schreibt O. „Ich liebe Dich auch!“ antwortest Du. „Wir brauchen auch nen Staubsauger“ schreibt O., nun wieder ganz Pragmatiker. „Hab ich natürlich hier“ antwortest Du und fühlst Verzückung auf der anderen Seite Deines Handys. „Du bist einfach der Wahnsinn!“ tippt O. „Könntest du mir bitte den Gefallen tun und heute im Mediamarkt nen Langhaarschneider kaufen? Ich gebe dir dann das Geld!“ – „Hast Du selber denn keinen den Du mitbringen könntest?“ wagst Du zurüchzufragen. „Meiner ist leider schon kaputtgegangen“ schreibt O. „Ich rasier ja mittlerweile nass!“

„Ach so. Stimmt das sieht man“ antwortest Du. „Dann besorge ich nachher einen ok?“ – „Aber bitte einen wo man den Aufsatz runternehmen kann“ schreibt O. „Hoffe du weisst was ich meine!“ – „Ja. Ich glaube es gibt gar keine anderen“ antwortest Du. „Ok. Und er muss unbedingt mit Akkus sein!“ schreibt O. „Ja ich weiss. Und ich muss ihn dann aufladen“ antwortest Du. „Genau. Vergiss nicht ihn aufzuladen! Kannst mir ja dann Bilder davon schicken!“ schreibt O. „Ay ay, Sir!“ antwortest Du und tippst ein augenzwinkerndes Smiley daneben. „Kannst du noch Kondome kaufen?“ schreibt O. unbeirrt weiter. „Ganz dünne… gefühlsechte?“ – „Hey ganz was Neues!“ antwortest Du und versuchst dem Kellerloch, das sich in Deinem Inneren plötzlich auftut, möglichst keine Beachtung zu schenken. „Ja“ schreibt O. „Ok ich versuche es“ antwortest Du. Fünf beklemmende Minuten lang schreibt O. nicht zurück. Die plötzliche Stille lastet quälend in Deinem Schlafzimmer während draussen die Sonne aufgeht und einen herrlichen Tag verheisst.

Erst um 6.18h piept Dein Handy wieder. Mit dem Klingelton von O. „Hast recht“ schreibt er. „Keine Kondome. Ich steck ihn dir, wenn überhaupt, dann wie immer ohne Gummi von hinten rein!“ – „Ok“ antwortest Du. „Ich bin dir sehr dankbar das ich das alles jetzt so mit dir machen darf“ schreibt O. „Es geht damit einer meiner grössten Träume für mich in Erfüllung!“ – „Wir haben es ja sehr sehr lang immer wieder geplant“ antwortest Du. „Und jetzt ist es endlich soweit!“ schreibt O. „Ich muss mich jetzt anziehen und einkaufen fahren. Bis später meine Sexgöttin!“ – „Bis später mein Gebieter“ antwortest Du, reckst Dich in den Kissen zurecht und versuchst mit ein wenig progressiver Muskelentspannung etwas von dem Schockzustand und dem Vergiftungsgefühl das nach so einem Frühmorgen-Chat mit O. unweigerlich in Dir verbleibt, an die Bettwärme abzugeben. „Warum plötzlich Gummis“ denkst Du, während Du Deine Waden lockerst und wieder zusammenziehst. „Warum?“ Dass es nie eine Antwort gibt, ist Dir natürlich klar.

Später an diesem Tag stehst Du im Badezimmer vor dem Spiegel und befühlst mit den Händen Dein kurzes, weiches Haar, das erst vor einer guten Woche mit einem sehr vorteilhaften Konturschnitt in Form gebracht wurde. Du magst es sehr, so wie es gerade ist und spürst, wie in Deinem Inneren sich etwas dagegen auflehnt, es O. zu opfern. „Ich bekomme ja doch nichts dafür“ denkst Du. Den Langhaarschneider besorgst Du aber trotzdem. Genau wie das Gleitgel auf Aloe Vera Basis, die hauchdünnen Kondome, die glatte weisse Nylonstrumpfhose und die Hundeführleine mit Karabinerhaken aus zweifarbig ineinander geflochtenem Polypropylen, die O. Dir im Laufe des Tages noch zu beschaffen aufträgt. Natürlich ganz so, wie es seine Art ist: erst schon. Dann nicht. Und dann wieder doch. Du tust dies alles in einem innerlich distanzierten, Dich selbst dabei beobachtenden Zustand. Denn Du glaubst nicht wirklich, dass das Date stattfinden wird.  Zu oft schon hast Du es anders erlebt. Aber … Du irrst Dich …

 

Barbe Bleue

Montag, 16.3.2015. Die Tage sind länger geworden. Der Frühling kündigt sich an. Lebensfreude liegt in der Luft. Du aber fährst gesenkten Blickes, in Deinen Parka gehüllt, auf Deinem Rad durch das blasse Märzsonnenlicht und fühlst Dich dabei wie das ausgemusterte Trendspielzeug der vergangenen Saison. Weggeworfen. Langweilig geworden. Es sind viele Wochen verstrichen, seit jenem Tag am Anfang des Jahres, an dem Du O. zum letzten Mal trafst. Von den großen Plänen die er danach schmiedete, wurde kein einziger realisiert. Es gab kein Treffen in erotischen Dessous. Und erst recht kein Gangbang mit den Freunden von O. Stattdessen erlebtest Du quälende Wochen voll immer wieder verschobener und abgesagter Dates. Zu viele. Du entschließst Dich zu einem unmoralischen Schritt. Schreibst Deinem Verehrer vom Tanzfest im Herbst, der Dich noch immer hofiert. Triffst Dich mit ihm, für eine letzte, glanzlose Nummer im Auto, nachmittags, auf einem Parkplatz am großen See, südlich der Stadt. Und abends kontaktierst Du O.

22.17h. Als Du Deine Chats mit O. aufrufst, springt Dir sofort sein online-Schriftzug grell ins Auge. Du hast den Eindruck, daß er heller, fluoreszierender auf Deinem Smartphone leuchtet als der von allen anderen Leuten denen Du schreibst. Er scheint eine eigene Energie zu besitzen, die es ihm erlaubt sich zu bewegen und in der Kopfzeile des Chatfensters hin und her zu tanzen. Er macht Dich nervös. Du fühlst Dich jedes Mal ertappt wie eine Stalkerin, wenn Du ihn siehst. Hauptsächlich aber kommst Du Dir verhöhnt und bloßgestellt vor, durch seinen Anblick. Es trifft Dich tief, auf diese Weise damit konfrontiert zu werden, daß jemand anderer so viel spannender und wichtiger ist als Du. Und O.s ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt, während Du im Schatten stehst. Dein Inneres rebelliert. Ohne abzuwarten bis O. seinen Chat beendet hat, nimmst Du dein Handy und schreibst: „Willst Du daß ich noch Nuttenjobs für Dich mach? Brauchst Du mich noch als Schlampe?“ Dann lehnst Du Dich zurück und atmest durch.

Natürlich dauert es eine gewisse Weile bis O. sich aus dem Chat mit Wem-auch-immer lösen und Dir zuwenden kann. Genau 47 peinvolle Minuten. Und dann, um 23.04h schreibt er nur einen einzigen Satz: „Klar will ich daß Du noch Nuttenjobs machst!“ Sonst nichts. Keine Rückfrage. Kein Emoticon. Du fällst in ein Loch. Siehst, daß O. seinen Chat mit Wem-auch-immer noch einmal aufnimmt. Vollkommen unbeeindruckt, offensichtlich. Während Du Dich überflüssiger fühlst als je zuvor. Kleinlaut verkriechst Du Dich in Deinem Bett. Gegen 3h morgens stehst Du wieder auf und scrollst Dich, am Küchentisch sitzend, durch Deinen Whatsapp-Verlauf mit O. Versuchst herauszufinden, wann und warum seine Gleichgültigkeit einsetzte, Dir gegenüber. Findest keine Antwort. Beobachtest aber, daß auch O. wach und immer wieder online ist, zu dieser frühen Stunde. Natürlich ohne DIR zu schreiben. Und weißt: nun ist es an der Zeit das Schwert zu ziehen, das Du aus Verlustangst und Gekränktheit für O. geschmiedet hast.

Dienstag, 17.3.2015. Um 5.33h klickst Du Dich erneut zu O. und schreibst: „Guten Morgen! Ich muß Dir was sagen. Ich hab es gestern mit einem anderen Mann gemacht. Ich will und liebe nur Dich. Aber ich hab es nicht mehr ausgehalten immer nur auf Dich zu warten. Und auf Dates die dann doch nicht passieren!“ Diesmal reagiert O. sofort. „Guten Morgen. Wer, wann und wo?“ schreibt er. „Der Mann vom Tanzfest“ antwortest Du, während das Smartphone in Deiner Hand zu Eis zu gefrieren scheint. „Gestern nachmittag, Autofick am See. Hat mich abgeholt und danach wieder heimgebracht“. Kurzes Schweigen. „Du hast gesagt daß ich Dich scheiße behandeln darf!“ schreibt O. dann. „Und das ist eben meine Art gewesen!“ – „Ja! antwortest Du. „Aber wenn ich Deine Schlampe sein soll muß ich Dich ab und zu auch sehen, verstehst Du?“ – „Dann werde ich Dich ab jetzt auch körperlich mißhandeln!“ antwortet O. „Heute tagsüber bin ich unterwegs. Aber bald komme ich und tu Dir weh. Denn Du gehörst mir! Ok?“ – „Ok“ antwortest Du.

Du bist sehr erleichtert. Und auch ein wenig überrascht. Keine wilden ausufernden Injurien von O.? Stattdessen eine neue, wenn auch leicht beklemmende Perspektive? Das ist viel mehr als Du erhoffen konntest. Alles wird gut, denkst Du und verbringst einige ruhige Stunden in Deinem Haus. Dann, mit Einbruch der Dunkelheit schlägt Deine neu erlangte Contenance ganz plötzlich um. Du wirst von Sorgen, Scham und Zweifeln überfallen. Was, wenn Du O. nun zu unrecht verletzt hast? 22h. Es drängt Dich, ihm zum Ende des Tages etwas Liebevolles mitzuteilen. Du öffnest Eure Chats. Tippst „Wie geht es Dir?“ und blickst erwartungsvoll aufs Display. Die Häkchen hinter Deiner Nachricht werden sofort blau. O. war offenbar gerade im Begriff auch Dir zu schreiben. Wie schön, denkst Du und gewahrst verzückt, daß O. Dir nicht mit einer Sms antwortet, sondern ein Bild sendet, dessen Umrisse sich schemenhaft in Eurem Chatfenster abzeichnen. Etwas Romantisches, denkst Du und beeilst Dich, es zu öffnen.

Einmal downgeloaded und herangezoomt, hat das was Du siehst mit Herzen oder Rosenblättern leider nicht das Mindeste zu tun. Zwei üppige Brüste brennen sich auf Deine Netzhaut, provokant verhüllt von einem Langarmshirt aus schwarzem Tüll. Eine Hand mit rot lackierten Fingernägeln führt einen Glasdildo zwischen zwei blassen Oberschenkeln durch. „Wer ist das? Was willst Du damit sagen?“ tippst Du konsterniert. „Daß ich sie ficke“ antwortet O. und sendet ein weiteres Bild von einem schlanken Frauenkörper der in dunkelroten Highhheels und gleichfarbigem Netzcatsuit mit geöffneten Beinen vor einem Garderobenspiegel sitzt. „Die ficke ich auch“ schreibt er dazu. „Woher kennst Du sie alle?“ schreibst Du, während Dir der Atem stockt. „Genauso wie ich Dich kennengelernt hab“ schreibt O. „Auf der Strasse aufgerissen?“ fragst Du zurück. „Ja“ antwortet O. Du fühlst das Blut in deinem Körper aus den Extremitäten weichen. Befürchtest unzukippen, für einen Moment. Doch dann bewahrst Du Haltung.

Denn Du witterst eine Chance. Die Chance endlich etwas zu erfahren aus der Realität von O., so schmerzhaft es auch ist. „Wie viele hast Du gefickt seit unserem letzten Date?“ schreibst Du. „Viele!“ antwortet O. „Fickst Du täglich eine oder mehrere?“ fragst Du weiter. „So oft es geht ficke ich!!!“ antwortet O. „Und deshalb hattest Du nie Zeit für mich, stimmts?“ schreibst Du, während Bitterkeit und Trauer in Dir hochsteigen. „Du bist halt die Letzte auf meiner Liste! antwortet O. „Dann streich mich doch ganz“ tippst Du und Deine Finger zittern. „Nein!“ antwortet O. „Denn Du bist geil und wir können es ab und zu treiben!“ – „Wie lang bist Du normalerweise mit einer Frau zusammen? fragst Du. „Manche hab ich schon seit Jahren“ antwortet O. lapidar. „Andere nur kurz“ – „Lieben die Dich auch so wie ich?“ fragst Du mit letzter Kraft. „Manche, ja“ antwortet O. „Und morgen früh um 4 fick ich ne Asiatin im Auto“ fügt er hinzu. „Schön“ antwortest Du leichthin. Jedoch, Du fühlst Dich vollkommen erdolcht.

„Deine Freundin? Ahnt sie gar nichts?“ bringst Du noch hervor. „Keine Ahnung!“ antwortet O. Kalt. Gleichgültig. Anhaltend brutal. Weder Du, noch seine Freundin, noch die Damen mit denen er Dich und sie betrügt scheinen ihm auch nur das Geringste zu bedeuten. Du raffst Dich auf zu einer letzten Frage. „Und mit den anderen Frauen kriegst Du es besser hin als mit mir, Dich zu verabreden und es auch einzuhalten?“ – „Kannst Du morgen früh um 4 zum Ficken kommen?“ fragt O. zurück. „Leider nicht“ antwortest Du. „Eben“ schreibt O. Du ersparst es Dir, ihn daran zu erinnern, daß er von vielen Gelegenheiten Dich frühmorgens zu treffen bisher nur eine einzige NICHT ungenutzt verstreichen ließ. „Ich danke Dir sehr für Deine Offenheit!“ schreibst Du stattdessen. „Es war mir klar daß Du so lebst.“ – „Leckst Du mir mein Arschloch noch?“ fragt O., plötzlich Besorgnis zeigend. „Wollen das die anderen nicht?“ schreibst Du. „Oder warum soll ich das machen?“ – „Weil Du es super kannst“ schreibt O. „Gute Nacht“

An Schlaf beginnst Du in dieser Nacht gar nicht erst zu denken. Du bleibst ganz einfach in dem Korbstuhl im Wohnzimmer sitzen, wo Du mit O. gechattet hast und starrst stundenlang vor Dich hin. Gelegentlich nimmst Du das Handy und betrachtest die beiden Fotos die O. Dir geschickt hat. Versuchst, Dir die Gesichter der abgebildeten Frauen vorzustellen, ihr Alter zu erraten und Dir auszumalen wie sie mit O. chatten. Du imaginierst auch die exotische Schönheit, mit der O. in wenigen Stunden atemraubenden Sex haben wird, während Du in Dich zusammengesunken da sitzst und Dich fühlst als würdest Du aus einer unaufhörlich sickernden Wunde innerlich verbluten. Nun hast Du bekommen was Du schon lange wolltest: Zutritt zu O.s Verbotener Kammer der Schrecken in der sich unzählige Torsi von Frauen türmen. In der eine Frau schlicht „die“ heißt, weil sie nur etwas, nämlich etwas-zum-ficken ist. Etwas zum Ausbeuten und Wegwerfen. Und Du also die Letzte, in ihrer aller langen Reihe …

Der Morgen graut. Die ersten Vogelstimmen holen Dich aus dem oberflächlichen Dämmerzustand in den Du doch noch gefallen bist. Dein Nacken ist steif. Dein Kopf tut weh. Du schaust aufs Handy das Du noch immer fest umklammert hältst. 4.56h. O.s Autofick müßte gerade vorbei sein, denkst Du, seltsam unbeteiligt, während Du aufstehst, die Patchworkdecke vom Sofa nimmst und Dich damit auf dem Gabeh-Teppich zusammen rollst. In Embryonalstellung, das Handy neben Dir. Du möchtest noch ein wenig schlafen, bevor Dein Mann und Dein Sohn aufstehen. 5.46h. Der Nachrichten-Ton von O. reißt Dich aus wirren Träumen. „Guten Morgen“ schreibt er. Du brauchst ein paar Sekunden um zu Dir zu kommen. „Guten Morgen. Wars geil mit der Asiatin?“ schreibst Du dann. „Kann ich heute zu Dir kommen“ schreibt O. „Nein. Ich will nicht mehr“ antwortest Du. „Lass mich kommen“ schreibt O. „Nein“ antwortest Du. „Du hattest viele Wochen Zeit. Fick die anderen und vergiß mich. Es gibt genug Frauen für Dich. Du brauchst mich nicht.“ – „Bitte“ schreibt O. Und etwas in Dir gibt nach.

Strange Attractors

Dienstag, 12.8.2014 Du überlegst. Ein Mann der spontan ist. Der Risiko und Überraschung liebt. Der eine Frau zu nehmen weiss und den ein dunkles Mysterium umgibt – hast Du davon nicht immer geträumt? Wieder versuchst Du Dich an O.s Gesicht zu erinnern, das Du nachts im Auto im Schatten der Basecap leider auch letztes Mal nur schlecht erkennen konntest. Er hatte kein einziges Mal gelächelt. Blass hatte er ausgesehen, keineswegs wie jemand der fünf Tage unter südfranzösischer Sonne verbracht hat. Eher im Gegenteil. Wie jemand der in grosser Dunkelheit lebt. Abend. „Willst schnell genommen werden?“ schreibt er. Du aber bist auf dem Konzert der grossen Rock-Poetin Patti Smith die heute IN TOWN ist. Zusammen mit vielen Menschen stehst Du nahe bei der Bühne auf der SIE, die so viel mehr ist als ein Rockstar, nämlich eine grosse Schamanin, ihr langes, graues, schimmerndes Haar schüttelt und wie eine verletzte Wölfin den Mond anheult. Sie gibt Dir Kraft. Die Kraft einer wilden, spirituellen Frau. Genau das was Du brauchst.

Mittwoch, 13.8.2014 Feuchtschwüles, wolkenverhangenes Wetter. Der Sommer hat etwas von seinem Glanz verloren und die Zeit scheint zäh und langsam zu vergehen. Aber Du bist noch sehr erfüllt von Deiner Begegnung mit der Hohenpriesterin des Rock. Diese grosse, unfassbare Göttin! Wie sie auf die Bühne spuckte! Wie sie tanzte! Wie sie baritonal sang! Ein Mann, eine Frau, ein Tier? Alles zusammen? Wie sie Geister und Tote beschwor! Wie sie das Leben feierte! Wie sie die Saiten ihrer E-Gitarre zerriss! Du bist glücklich. Abends meldet sich ein gelangweilter O. Gern würdest Du Dein Erlebnis mit ihm teilen, ihn fragen, welche Rockstars ihn durchs Leben tragen, was der Soundtrack seiner Tage ist. Er aber will nur wissen ob Du erotische Slips hast die Du für ihn fotografieren kannst. Eilig holst Du Deinen einzigen Pearl-String aus seinem Versteck, wirfst ihn aufs Bett und machst ein paar Bilder. „Warum hast ihn nicht angezogen?“ fragt O. als Du die Bilder sendest. „Mach das bald Babe, sonst kann ich Dich nicht mehr ficken!!“

Donnerstag, 14.8.2014 Nachmittag. Sommerfest im Wald, im Ferienlager Deines Sohnes. Dein Handy piept. „Hallo meine sexy Kleine!“ schreibt O., „Ich will Dich!!!“ Du versprichst ihm Dich zu melden sobald Du von dem Fest zurück bist. 18h. „Wo bleibst Du?“ schreibt O. ungeduldig. „Ich schaff es heute nicht, gehts vielleicht morgen?“ antwortest Du. „Vergiss es, Schlampe!!!“ schreibt er zurück. „Für das was ich von Dir will brauch ich nur 20 Minuten!!! Wenn Du nicht mal das schaffst, dann lass es!!!“ Du bist empört. Es rauscht in Deinen Ohren als Du mit zitternden Händen schreibst: „Ok. Dann treff ich morgen eben jemand anderen der sich freut mehr Zeit als 20 Minuten mit mir zu verbringen!“ – „Dann lass es Dir nur schön besorgen, dreckige Nutte!!!“ kommt es zurück. „Du bist für mich sowieso nur eine mehr die billig hergeht! Glaub mir, es waren sehr sehr viele Frauen die ich in meinem Leben hatte! Affären, paar kurze Beziehungen und viele viele One Night Stands!!! Denk bloss nicht dass Du was Besonderes für mich bist!!!“

Freitag, 15.8.2014 Zeit zum Nachdenken. Viele Frauen hatte er also, Dein geheimnisvoller neuer Freund, dessen Nachnamen Du immer noch nicht weisst. Sehr viele Frauen. Nicht dass Dich das überraschen würde, im Gegenteil, Du hast es geahnt. Die Art in der es Dir mitgeteilt wurde war dennoch ein Schock für Dich. Kalt. Rücksichtslos. Schmerzhaft. Eigentlich sollte es das jetzt gewesen sein, denkst Du. In den Abendstunden greifst Du trotzdem zum Handy. Du schreibst: „Natürlich habe ich es mir heute von niemandem besorgen lassen. Obwohl ich sogar einen Prosecco danach bekommen hätte!“ Und siehe da, O. antwortet. Offen. Dankbar. „Brauchst Du Zärtlichkeit?“ fragt er. „Was würdest Du als liebevoll empfinden?“ „Schildere mir bitte Deine Traum-Nummer!“ Und er ist ehrlich. „Ich will dass Du mein Arschloch leckst wenn wir uns wiedersehen!!!“ schreibt er. „Du musst es ganz, ganz intensiv machen während ich über Dir knie! Ich brauche das ganz dringend! Ich werde es Dir nie vergessen wenn Du das für mich tust!!!“ Du versprichst es ihm. Dann ist Dein Handy-Guthaben zu Ende.

Samstag, 16.8.2014 In der Nacht hast Du tief und traumlos geschlafen. O.s Offenheit von gestern abend hat Dich sehr bewegt. Nie hat ein Mann Dir in so rührender Weise seine Verletzlichkeit offenbart und seine intimsten Wünsche anvertraut. Selig schaltest Du Dein Handy ein um die intensive Nähe des nächtlichen Chats noch einmal zu erleben. Vom Display ergiesst sich jedoch eine Flut von aggressiven Sms über Dich. Offensichtlich wurden sie tief nachts geschrieben. „Sag mal spinnst Du völlig!!!“ heisst es da. „Warum schreibst Du nicht zurück?“ „Ich hab keine Lust mehr auf Deinen Scheiss!!!“ Eiligst besorgst Du eine Guthabenkarte und versuchst dann mit immer neuen Worten zu erklären dass Du ein technisches Problem hattest und wie viel Dir Euer Chat bedeutet hat. Dass es Dir leid tut. Nie wieder vorkommen wird. Dass Du O.s Wünsche verstehst und erfüllen wirst. Gerne erfüllen. Den ganzen Tag über laufen Deine Sms ins Leere. Erst spät Abends bekommst Du eine Antwort: „Ich liebe Dich“. Mehr nicht. Aber Du atmest auf.

Sonntag, 17.8.2014 Du scrollst noch einmal durch den letzten Chat mit O. Verschaffst Dir einen Überblick über seine sexuellen Wünsche. Ein Rim-Job soll es also sein für ihn. Rimming, Anilingus, oder, wie er es in seiner direkten Art sagt: „Ich will dass Du mein Arschloch leckst!!“ Er hat genaue Vorstellungen: „Du musst Eier und Arschloch richtig mit Zunge und Lippen lecken! Keine halben Sachen!!!“ Du versuchst es Dir vorzustellen, schließlich hast Du so etwas noch nie gemacht. Wirst Du es können, so dass es ihm auch wirklich gefällt? Dann das andere Thema: „Ich will Dich hart von der Seite nehmen. Dich vollspritzen!!! Dann will ich aufstehen und gehen!!!“ Gehen, ohne Dich in den Arm zu nehmen. Gehen, ohne Dich zu küssen. Ohne Dich anzuschauen. Gehen ohne ein Wort. Gehen nach maximal zwanzig Minuten. Das ist es was er will. Gehen. Oder Dich rauswerfen, aus seinem Auto, seinem Haus. Dich wegschicken nach dem Sex, ohne Abschied, ohne Zärtlichkeit. Es tut Dir jetzt schon weh. Ob Du DAS können wirst? Du weisst es nicht.

Montag, 18.8.2014 Es arbeitet in Dir. Von allen Ideen, Forderungen und Phantasien die O. bisher vor Dir ausgebreitet hat ist dies die Härteste: stumm auseinander gehen nach dem Sex, ohne eine Geste der Anerkennung, ohne ein Zeichen der Verbundenheit. Warum ist gerade das so wichtig für ihn? Und: betrifft diese Phantasie nur Dich? Weil Du eine Nutte bist, in seinen Augen? Oder macht er es mit jeder Frau so? Du schreibst ihm. „Kann ich Dich was fragen, BITTE?“ – „Frag“ kommt es schroff zurück. „Wenn ich mal weinen muss nach einer harten Nummer mit Dir“ schreibst Du, „wenn es mir richtig schlecht geht, tröstest Du mich dann?“ – „Nein!!!“ schreibt er. Dein Herz klopft wild. „Und warum nicht?“ fragst Du. „Erklär mir Deine Härte!“ Aber O. antwortet Dir nicht. Mühsam begreifst Du: er wird Dir niemals entgegen kommen. Er wird niemals einen Kompromiss machen, niemals eine Brücke zu Dir bauen. Du wirst nichts von ihm bekommen ausser dieser radikalen, nackten Ehrlichkeit. Mit Deinen Fragen aber bist Du komplett allein.

Dienstag, 19.8.2014 Du sitzst mit nassen Haaren beim Friseur. Daheim sind Dein Mann und Dein Sohn dabei die Wände des Kinderzimmers frisch zu streichen. Sie warten auf Deine Unterstützung. Dein Handy piept. Mehrfach. Im Sekundentakt. O. will Dich treffen. Jetzt. Sofort. Ganz schnell. Unbedingt. Er braucht ES. Wenn nicht jetzt, dann später. Heute noch. Du erklärst ihm Deine Lage. Schickst am Nachmittag ein Selfie im Maler-Overall. Trügerische Ruhe. Abends. O. schreibt: „Wäre es schlimm für Dich wenn ich mir nachher im Auto von einer Anderen einen runterholen lass?“ – „Nein“ antwortest Du. „Aber die Dildo-Nummer mit mir kannst Du dann gern vergessen!“ – „Ist doch nur mit der Hand!“ schreibt O. „Warum bist jetzt so?“  Es folgt ein dramatisches Sms-Gefecht. O.s machthungriges Ego schillert in grellen Farben. Erpresserisch. Drohend. Einschüchternd. Heimtückisch. Beleidigend. Und am Ende? „Ist doch nur ein Spiel, Baby!“ schreibt er. „Das Streiten mit Dir hat mich geil gemacht!! Wann kann ich Dich morgen abholen?“ Du aber hast genug. „Leb wohl“ schreibst Du und meinst es ernst.

Mittwoch, 20.8.2014 Ein neuer Tag. Unnatürliche Stille ringsum. Die Ruhe nach dem Sturm. Du denkst an Hitchcock. Ein aggressiver Vogelschwarm zieht ab, Verwüstung hinterlassend. Wann wird er wieder kommen? Völlig offen. Auf Deinem Handy ging es gestern jedenfalls hoch her. Ein Machtkampf spielte sich ab. Ohne Regeln, ohne Grenzen. O. machte vor nichts halt. Er werde alle Deine Bilder ins Netz stellen wenn Du ihm den Dildo-Fick verweigerst, drohte er. Ausserdem seien Deine Tattoos hässlich, Du selbst natürlich auch. Er habe ES Frauen schon mit allem Möglichen besorgt. Du aber seist nichts weiter als eine hässliche Person mit der er ES einfach gemacht hätte weil sie eben da war, aber Du seist keine die jemals gut war. „Umso besser dass Du mich heute nicht mehr treffen musstest!“ schriebst Du zurück. „Es sind schon so viele Bilder von mir im Netz. Noch viel, viel wildere als die die Du hast!“ Du hattest keine Angst vor ihm. Aber er, das konntest Du spüren, er hatte grosse Angst vor Dir.

Donnerstag, 21.8.2014 Schweigen, weiterhin. Für immer, denkst Du. Erleichterung. Und auch: Schmerz. Trauer. Schweres Verlustgefühl. Du wolltest ihn so gerne näher kennenlernen. Du wolltest wissen wo er lebt und wie er heißt. Wissen wer er ist. Wie war er als Kind? Wie wurde er zu dem der er heute ist? Dieser Person der Extreme? Woher kommt seine Ungeduld, seine Getriebenheit? Woher sein tiefes Mistrauen? Was hat er gegen Zärtlichkeit? Warum scheint er Tag und Nacht an Sex zu denken? Woher kommt seine überbordende Euphorie, sekundenschnell gefolgt von Langeweile und tiefer Depression? Warum nennt er Dich manchmal „Engel“, „Süsse“, „Traumfrau“, und dann wieder „Schlampe“, „Nutte“, „dreckiges Stück“? Eigentlich ist es nicht Deine Art Menschen zu etikettieren. Du möchtest ihn einfach als jemanden sehen der geheimnisvoll und faszinierend anders ist. Dennoch gibst Du nun ein paar Suchwörter bei Google ein. Und landest schnell bei unschönen Begriffen: Sexsucht. Trauma. Misbrauch. Bindungsangst. PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG.

Freitag, 22.8.2014 7.30h Du schaltest Dein Handy ein wie immer. Jemand hat auf die Mailbox gesprochen. Tatsächlich. O. „Bitte melde Dich! Ciao!“ sagt er. Sonst nichts. Du hörst die Nachricht mehrmals an. Das „Bitte“ ist eigenartig betont. Es klingt flehend, geht Dir nahe. Du verbringst den Tag sehr ruhig. Spät abends aber greifst Du zum Handy und schreibst: „Ich liebe Dich noch immer obwohl ich weiss dass Du sehr gefährlich für mich bist. Du wirkst wie eine Droge auf mich!“ O. schreibt sofort zurück: „Ich bin Dir gegenüber zu weit gegangen und dafür möchte ich mich entschuldigen!“ Du hast ihm längst verziehen. Er verspricht, Dich nie wieder zu erpressen. Schwört, dass er Dich für eine einzigartige, wunderbare Frau hält, die er niemals verlieren will. „Du gibst mir den besten Sex den ich je hatte!!!“ schreibt er. „Ich hoffe dass Du mich nicht so schnell wieder verlässt“ – „Ich bleib bei Dir so lang Du es willst“ textest Du. „Willst Du meine Schlampe sein?“ fragt O. seltsam feierlich. Du antwortest mit „Ja“.