Vêtements

Natürlich kommt am 8. Januar 2016 kein O. zu Dir zu Besuch, um sich in irgendeiner Weise von Dir glücklich machen zu lassen. Und den ganzen restlichen Monat hindurch auch nicht. Ebensowenig im Februar. Du verbringst die gesamte Hochwinterzeit allein. Allein mit dem Selfiestick. Allein mit den Leggings aus schwarz schimmerndem Lederimitat. Allein mit einem Paar signalroter Plateauheels, die Du im Online-Schuhandel noch bestellst. Und allein mit den vielen Fragen, Sorgen und Ungewissheiten, die sich Dir stellen im Bezug auf O. Wie krank ist seine Freundin wirklich? Deine Fantasien schwanken, während Du Tag für Tag in der Stille Deines Schlafzimmers auf dem Bett kniest und die Leggings immer wieder neu fotografierst. Mal glaubst Du, O. bereits an Lolos Sterbebett wachen zu sehen, von Infusionsschläuchen umgeben, totenbleich. Dann wieder befallen Dich Zweifel, ob die behauptete Krebserkrankung überhaupt existiert. So flüchtig und ungreifbar ist alles, was O. dazu schreibt.

Dass O. unter erheblichen Belastungen steht, kannst Du nur indirekt, am Rande, durch Rückschlüsse erahnen. Erzählt wird Dir nichts. Aber am 11. Januar 2016 zeigt O. sich ungewöhnlich erschüttert vom Tode David Bowies. Dessen Gepflogenheit, zwischen verschiedenen Kunstfiguren und Alter Egos zu changieren, scheint DAS Role Model gewesen zu sein für O. Und eine Welt ohne das schillernde Chamäleon des Pop dunkel und leer. „David Bowie ist tod!!! I will miss him forever!“ schreibt er in seinen Whatsapp-Status. Dann verfällt er für zwei Tage in Schweigen. „Tut mir leid!!!“ antwortet er, als Du ihn am 14.1. zur Mittagszeit schüchtern kontaktierst. „Mir geht’s ziemlich schlecht. Hab starke Tabletten genommen und bin dadurch ziemlich weggetreten!!!“ – „Werd schnell wieder gesund mein Prinz!!!“ schreibst Du. Ohne nachzufragen, welche Medikamente zur Heilung welchen Leidens zum Einsatz kamen. Aber Du bist sicher: für den Fall einer seelischen Irritation werden Bedarfspsychopharmaka gehortet,  im Hause O. …

Einige Tage später sprüht O. wieder vor Energie und Tatendrang. „Babe“ schreibt er am 18.1. kurz vor 16 Uhr. „Ich sortiere gerade Jeans und Pullover bei mir aus!!! Kannst du oder dein Sohn was davon gebrauchen?“ – „Ja! Oh ja!“ antwortest Du, während tausend Erinnerungen an O.s luxuriöse Marken-Outfits Dein emotionales Gedächtnis fluten. „Ich fand alles was ich bisher an Dir gesehen habe wunderschön! Die Farben, der Look, das Material, alles! Ich wäre glücklich etwas davon hier bei mir zu haben!“ – „Meine Sachen sind gar nicht so besonders!!!“ schreibt O. „Aber es ist eine schwarze Strickjacke dabei die vielleicht was für dich wäre!!! Und wenns nur für Fotos und zum Ficken anziehen ist!!!“ – „Ich werde sie lieben!“ antwortest Du. „Dann bring ich dir die Sachen diese Woche noch vorbei!!!!“ schreibt O. „Danke!“ antwortest Du tief beseelt. Jedoch. Etwas in Deinem Inneren hält Dich davon ab, Dich allzusehr zu freuen. Und richtig. Am 21. 1., dem Tag an dem er Dich eigentlich besuchen wollte, schreibt O.:

„Braucht Dein Sohn wirklich Klamotten von mir? Kumpel fährt nach Polen in ein kleines armes Dorf und verteilt dort Sachen!!! Ich würde ne Strickjacke für dich zum Fotografieren aufheben!!! Kann ich ihm die Sachen mitgeben oder willst du was für deinen Sohn? Gute schwarze Schuhe heb ich auch noch für dich auf ok?“ – „Natürlich, Liebster. Mach es so wie Du es für richtig hältst!“ antwortest Du tapfer, während unangenehme, beschämende Gefühle sich in Deinem Inneren ausbreiten. Enttäuschung. Eifersucht. Das Empfinden um etwas gebracht, betrogen worden zu sein. „Bitte heb mir was auf. BITTE!!!“ schiebst Du verzweifelt hinterher. „Ich möchte mich so gern in ein Hemd oder einen Pulli von Dir kuscheln!“ – „Du bekommst was!“ antwortet O. nach ein paar Minuten. Gnädig. Huldvoll. Fühlbar berauscht von der Macht, die er über Dich hat. „Ich gebe dir ein weisses Anzug Hemd!!! Das ist bisschen länger und vom Stoff her feiner!!! Das sieht sicher super sexy an dir aus, ok?“ – „Oh Mann! Danke!“ antwortest Du. 

Am 26. 1. 2016 endet die Chemotherapie von O.s Freundin. Was Du nur deshalb erfährst, weil Dich am Abend dieses sehr nasskalten und leeren Tages eine besonders aufwühlende Melange aus Verlorenheit, Sehnsucht und Zukunftsangst umtreibt. So dass Du schließlich Dein Handy nimmst und schreibst: „Heute war für mich ein schwieriger Tag. Ich denke dauernd an Dich und hoffe so sehr dass die Chemo-Zeit jetzt bald rum ist. Es kommt mir brutal lang vor, ehrlich gesagt.“ – „Ich will dass Du eines weisst, für immer“ schiebst Du nach einer Weile, gebeutelt von Melodrama und Pathos hinterher. „Dich getroffen zu haben, O., war neben der Geburt meines Sohnes das wichtigste, prägendste Ereignis meines Lebens. Ich kann mir mein Leben ohne Dich nicht mehr vorstellen und ich liebe Dich. Und das wird immer so sein, egal was passiert.“ – „Heute war die letzte Chemo“ antwortet O. nach zwei Minuten. „Das freut mich!“ textest Du. „Ich wünsch Dir dass es nur noch aufwärts geht jetzt!“ O. schreibt nicht mehr zurück. 

Tags darauf holst Du eine schwarze Netzstrumpfhose, die Du vor längerer Zeit gekauft hast, aus der Mille-Fleur-Schachtel in Deinem Schrank. Stellst fest, dass Du sie Dir bis auf Achselhöhe über Deine Brust ziehen kannst. Machst Dir ein schwarzes Samthalsband um. Schlüpfst in die Leggings und die schwarzen Peeptoes mit Jetperlen am Rand. Kniest Dich aufs Bett und fotografierst Dich selbst mit ernstem, besorgtem, suchenden Blick. „Welch geiles Nuttenoutfit!!!“ schreibt O. begeistert, als Du ihm gegen 16h ein paar von den Bildern schickst. „Du hast ein unglaubliches Händchen für erotische Kleidung!!! Egal was du anziehst, es schaut immer super sexy an dir aus!!! Ich bin schon so gespannt wie mein weisses Hemd dir passen wird!!! Welche Schuhe willst du denn eigentlich dazu tragen?“ – „Entweder die schwarzen Peeptoes oder die roten“ antwortest Du. „Diejenigen die DIR lieber sind“ – „Dann fotografiere bitte nochmal die roten Schuhe für mich!!!“ schreibt O. „Damit ich eine Entscheidung treffen kann!“

Das Schreiben über stimulierende Kleidung. Über Strümpfe. Catsuits. Schuhe. Über getragene Herrenhemden. Zerrissene Jeans. Und wieder über Schuhe. Deren Farben. Und darüber, wie es alles zueinander passt. Wie es sich trägt und anfühlt bei Körperkontakt. Ob es zerreißbar ist oder aufgeschnitten werden muss, falls O. Deine darunter entblößten Brüste ertasten oder im Schritt einer Feinstrumpfhose oder Legging in Dich eindringen will. Kurz: die Fetischisierung Deines Körpers auf vielen, vielen Bildern. Das Entstehen eines immer subtileren Codes für die flackernden Gefühle zwischen Dir und O. Die Erschaffung einer Parallelwelt zu dem sinistren Raum der Eure Beziehung ohnehin längst ist. In hunderten von Chats. Dies alles wird Anfang des Jahres 2016 zum immer dichteren Netz unter den verbalen Drahtseilakten, die Du zusammen mit O. oder für ihn via Smartphone vollführst. Wenn es nichts mehr zu texten gibt. Wenn O. zu verschwinden, wegzugleiten droht. So kannst Du immer noch schreiben über Highheels und schrittoffene Slips.

Indessen treibt der Überlebenskampf von O.s Freundin gegen den Krebs in ihrer Brust einem weiteren dramatischen Höhepunkt entgegen. Am 24. 2.2016 ist eine umfassende OP geplant. Und O. hat natürlich ganz eigene Vorstellungen von dieser Zeit. „Du könntest zu mir kommen an den Tagen wenn sie im Krankenhaus ist!“ schreibt er eines Abends Anfang Februar. „Oder nachts!!! Du müsstest Anziehsachen mitbringen!!! Dann kann ich mich mal richtig an dir aufgeilen!!! Dich festbinden … und dann wieder rausschmeissen!!! Auf das freue ich mich total!!!“ – „Ok. Wir könnten aber auch einfach nur reden und uns sehen“ bringst Du schüchtern vor. „Wenn ich dich sehe will ich dich auch ficken!!!“ antwortet O. „Und dir weh tun!!!! Das weisst du genau! Ich habe es dir tausendmal geschrieben!!! Und jetzt ist es endlich soweit!!!“ O.s hyperbolische Sprache verfehlt auch diesmal nicht ihre Wirkung auf Dich. „Ok“ antwortest Du. Und siehst, dass ein sehr, sehr bleicher, krankhaft fahler Mond aufgegangen ist über den Häusern Deiner Stadt …

 

 

The Starry, Starry Nights

Mit dem Verklingen der festlichen Lieder am Ende der Weihnachtsfeiertage 2015 ist O. plötzlich wieder ANDERS. Nicht mehr eingemauert, unerreichbar und kalt so wie in den finsteren Stunden des Advent. Sondern offen und voller Berührbarkeit. Jedenfalls kommt es Dir so vor, als Du am 26.12. um 9h Dein Handy einschaltest und siehst, dass O. Dir um 5.34h schrieb. „Guten Morgen mein süßer Schatz!!!“ textete er. „Ich habe sehr starke Sehnsucht nach dir und bin sehr froh wenn wir uns wiedersehen!!!“ – „Oh Liebster!!! Es geht mir ganz genauso!!!“ schreibst Du dankbar zurück und eilst ins Badezimmer um Bilder von Deiner nackten Brust zu machen. „Ich bin so froh wenn die Ferien vorbei sind und ich Dir endlich wieder richtig dienen kann!“ Dass Du in diesem Moment Deinen Mann, Deinen Sohn und grosse Teile Deiner eigenen inneren Wertordnung verrätst, stört Dich nicht. Ebensowenig wie die Tatsache, dass O. Dir nichts erwidert. Das Glücksversprechen seiner Worte trägt Dich durch den ganzen langen Wintertag.

In der folgenden Nacht hält ein nahezu kristallin scheinender Sternenhimmel Dich davon ab, schlafen zu gehen. Stunde um Stunde bleibst Du im Wohnzimmer sitzen, hütest das Kaminofenfeuer und verlierst Dich im Anblick der glitzernden Asteroiden am mondhellen Firmament über Deinem Haus. Um 3.32h nimmst Du schließlich Dein Handy, öffnest Deine Chats mit O. und schreibst: „Guten Morgen! Ich bin gerade wach und denke an Dich. Es sind wunder- wunderschöne sternklare Vollmondnächte im Moment und ich würde mich so gerne mit Dir treffen!“ – „Ich weiss dass es nicht geht“ fügst Du nach einer kleinen Pause hinzu. „Aber Du sollst wissen dass ich es mir wünsche!“ Dann kuschelst Du Dich unter der Patchworkdecke auf der Couch zurecht. Gerade als Du dabei bist, Dich doch noch in einen leichten Dämmerzustand gleiten zu lassen, vibriert das leise gestellte Smartphone in Deiner Hand. „Guten Morgen Babe!“ schreibt O. „Weisst du wie du mich glücklich machen könntest?“ – „Wie denn?“ fragst Du erwartungsvoll.

„Du könntest dir im Internet eine enge Leggings aus schwarzem Lederimitatstoff bestellen!!!“ schreibt O.  „Eine die glänzt und schimmert!!! Am Besten gleich mehrere denn ich werde sie dir dann im Schritt aufschneiden!!! Würdest du das für mich tun?“ – „Na klar“ antwortest Du. „Ich mach mir nur Sorgen dass die dann gar nicht so toll an mir ausschaut!“ – „Babe, sie wird absolut perfekt an dir aussehen!“ schreibt O. „Du hast nen hammergeilen Körper und ich kann es kaum erwarten Sie an dir zu sehen!!!“ – „Dann mache ich das nachher“ antwortest Du. „Und sobald sie hier ist schreib ich es Dir und versuche auch Bilder zu machen, ok?“ – „Babe ich liebe dich!!!“ textet O. voller Leidenschaft. „Bitte bestelle sie!!! Ich gebe dir auch ganz sicher das Geld dafür!!! Wenn du willst dann gleich morgen!!!“ – „So eilig ist es jetzt nicht“ antwortest Du. „Dann gebe ich es dir gleich nach den Ferien!!!“ schreibt O. Eifrig. Voller Überschwang. „Ich bin gerade sehr glücklich!!! Davon träume ich schon  seit ewigen Zeiten!!! Danke!!!“

„Süsser!“ schreibst Du. „Ich wusste ja gar nicht dass Du da so drauf stehst! Ich dachte immer Catsuits sind das Heisseste für Dich!“ – „Mir hat das schon immer sehr gut gefallen – enge Hose und Highheels!!!“ antwortet O.  „Catsuits und Strümpfe bleiben natürlich meine Lieblingssachen!!!! Ich habe aber auch das mit dem Jeans-Aufreissen bei dir extrem geil gefunden!!! Es ist einfach unbeschreiblich für mich dass ich nun alle meine Wünsche von dir erfüllt bekomme!!!“ – „Ich liebe es Sachen für Dich anzuziehen und Bilder davon zu machen und zu hoffen dass es Dir gefällt!“ antwortest Du. „Jedes Bild von dir gefällt mir!!!“ fabuliert O. „Du bist wunderschön und unbeschreiblich erotisch!!! Noch nie hat eine Frau mich so erregt und glücklich gemacht wie du!!! Ich würde dir sehr gerne wieder was schenken. Hast du einen Wunsch? Dann gebe ich dir das Geld dafür!!!“ Du überlegst. Draußen scheint ein Schwarm flimmernder Sternschnuppen über den Nachthimmel zu gleiten. „Mein größtes Geschenk ist dass es Dich gibt“ antwortest Du dann.

Nachdem Euer Chat beendet und die arktische Sternennacht einem trüben Altjahresmorgen gewichen ist, begleitet ein Gefühl der Benommenheit Dich durch den ganzen restlichen Tag. O.s überbordende Begeisterung für Dich und alles was Du tust, kam genauso unvermutet und abrupt wie sein kaltes Schweigen in der Zeit davor. Und hinterlässt in Dir deshalb vor allem: Schock. Verwirrung. Unsicherheit. Und Angst, die neu erworbene Zuneigung gleich wieder zu verlieren. Deshalb wendest Du besonders viel Sorgfalt auf, die Online-Shops im Internet mit Deinem Smartphone nach schwarz glänzenden Leggings zu durchstöbern. Du suchst und sichtest. Wischst und zoomst. Bemühst Dich, Stoffbeschaffenheiten und Texturen zu erkennen. Bis Deine Augen schmerzen. Gelangst endlich, als es draußen bereits dunkelt, zu einer Kaufentscheidung. Schließt den elektronischen Bestellvorgang ab. Atmest auf. Hältst inne. Informierst O. Glücklich. Stolz. „Leggings geordert!“ Jedoch. Leider. O. antwortet nicht. O. schweigt.

Erst spätnachmittags am 30.12.2015 hörst Du wieder von O. „Ich liebe dich. Schick mir Bilder!!!“ schreibt er während Du gerade mit Deinem Mann und Deinem Sohn bei Tee und Lebkuchen zusammen in der Küche sitzst. „Ich konnte keine neuen machen!“ tippst Du mit dem Handy unter dem Tisch. „Dann schick mir alte!!!!“ schreibt O. „Irgendwelche!!! Ich brauche das jetzt!!!“ – „War heute Chemo?“ fragst Du ahnend. „Ja!!!“ antwortet O. „Und der Lolo geht’s schon wieder so schlecht dass sie morgen ne Bluttransfusion bekommt!!!“ – „Oh nein!“ schreibst Du, bemüht, Deine Bestürzung vor Deinem Mann und Deinem Sohn zu verbergen. „Ist super scheisse!“ schreibt O. „Und jetzt schick mir endlich Fotos. Ich will gleich noch wichsen und sie mir dabei anschauen!!!!“ Du zögerst. Denn Du würdest O. so gern auf andere Art helfen. Aber Du weisst dass das nicht geht. Also tust Du was er verlangt. Schickst Bilder von Deinem Körper in der zerrissenen Jeans. „Danke!!! Du bist einfach megageil!!!!“ schreibt O. nachdem er sie bekommen hat.

Am 2. Januar 2016 kommen die von O. so sehr ersehnten Leggings mit der Post bei Dir zu Hause an. Und O. ist vollkommen elektrisiert, als er erfährt, dass Du das Paket erfolgreich abgefangen hast. „Babe!!!“ schreibt er und hängt seiner Nachricht vier flehende Whatsapp-Hände an, „BITTE pack sie aus und zieh sie an!!! – „Ich bin nicht allein zu Hause!“ antwortest Du. „Bitte versuche es trotzdem!!!“ schreibt O. „Ich muss dich unbedingt in dieser Hose sehen!!!“ – „Ok“ antwortest Du, eilst ins Schlafzimmer, holst die schwarzen Peeptoes aus ihrem Versteck, hastest ins Badezimmer, sperrst Dich ein, zerrst Dir die Alltagskleider vom Körper, schneidest das Päckchen mit der Nagelschere auf, reisst die Leggings heraus, schlüpfst hinein, steigst in die Highheels, nimmst das Smartphone und machst Bilder, Bilder, Bilder für O. Rittlings auf dem Rand der Badewanne sitzend. In Hockstellung auf dem dunklen Fliesenboden. Lasziv an die Duschkabine gelehnt. Bis Dein Sohn an die Tür klopft und fragt ob alles ok ist im Bad …

„Ja, mein Zarewitsch!!!“ flötest Du nach draußen. Dann nimmst Du Dein Smartphone und schreibst: „Ich hab die Leggings jetzt fotografiert! Ich schick die Bilder, ok?“ – „Nein!!!“ antwortet O. „Ich möchte dich das erste Mal live in den Sachen sehen!!! KEIN Foto jetzt!!!“ – „Aber es war Dir doch so wichtig!!“ protestierst Du fassungslos während alle Energie aus Deinem Körper weicht. „Das war ein Test!!!“ antwortet O. Kalt. Unerbittlich. Vollkommen kontrolliert. „Ich wollte wissen ob du mir noch gehorchst!!!“ – “ Und? Weisst Du es jetzt??“ schreibst Du. „Ja Babe!“ antwortet O. „Wann sind die Ferien vorbei?“ – „Am 8. Januar bin ich wieder alleine hier“ schreibst Du. „Dann komme ich am 8. Januar zu dir!!“ antwortet O. „Gegen 9 Uhr. Würdest du dich dann bitte im Gesicht stark schminken? Mit richtig viel rotem Lippenstift?“ – „Ja ok“ schreibst Du und starrst vor Dich hin. Resigniert. Traurig. Leer. Weil Du plötzlich weisst: Egal, was passiert. Egal, was Du tust. SO werden O.s Spiele mit Dir immer weiter gehen …

Zum Ende der Weihnachtszeit, vom 5. auf den 6. Januar 2016 ereignet sich nochmals eine spektakulär fluoreszierende Winternacht. So erleuchtet, so lukulent, dass man fast glauben könnte, das sagenumwobene Nordlicht zu sehen. Wieder bleibst Du lange wach und beobachtest bizarr geformte Wolkenfelder, die mit rasender Geschwindigkeit über den funkelnden Sternenhimmel treiben. Und tatsächlich schreibt O. Dich in der Morgenfrühe, kurz vor Helligkeitsbeginn an. „Guten Morgen meine Mega sexy Lady!!!“ textet er. „Ich wünsche dir einen wunderschönen Feiertag!!! Ich denke die letzten Tage sehr sehr viel an dich!!! Meine Sehnsucht nach dir wird immer unerträglicher!!! Ich liebe dich!!!“ – „Oh Süsser! Es geht mir ganz genauso!“ schreibst Du beglückt zurück. „Ich freue mich schon so sehr darauf Dir endlich die schwarzen Leggings zu zeigen!“ – „Ich kann es jetzt wirklich kaum mehr erwarten dich darin zu sehen!!!“ antwortet O. „Und ich muss dir ehrlich gestehen dass ich Riesenlust darauf habe dich dann etwas härter ranzunehmen!!!“

„Wow!!“ antwortest Du. „Ich sehne mich so danach Dich zu spüren!“ – „Babe“ textet O. schwelgerisch, „es wird geradezu unglaublich werden wenn du in Highheels und Leggings vor mir stehst!!! Es wird mich wegtragen!!!“ Du antwortest nicht gleich. „Erstmal werde ich dich zärtlich küssen!!!“ schwärmt O. weiter. „Und dann werde ich in die Leggings mit meinem Taschenmesser einen kleinen Schlitz reinmachen bevor ich sie dann aufreisse!!! Das wird der absolute Wahnsinn für mich!!!“ – „Für mich auch!“ antwortest Du. „Babe“, schreibt O. wieder, „ich halte es nicht mehr aus!!! Schick mir bitte sofort die Bilder die du von der Leggings gemacht hast. Ich brauche das jetzt!!!“ – „Ok“ antwortest Du. Dann klickst Du Dich gehorsam in die Galerie von Deinem Smartphone, wählst 22 Bilder aus und sendest sie. „Ursula ich liebe dich!!!“ schreibt O. nach einer kleinen Weile zurück. „Ich hatte nie eine unglaublichere Frau als dich!!! Übermorgen kannst du mich glücklich machen!!!“ – „Das werde ich mein Gebieter!!!“ antwortest Du ….

Arcades

Bilder von O.s milchig weissem Erbgutgemisch bekommst Du im Laufe der Jahre noch viele. Nicht nur als Rinnsal im Handwaschbecken begegnet es Dir, sondern auch als Abspritzer auf dem Schiffsbodenparkett in O.s Zimmer, als rahmiger Fleck auf seinem grellroten Bettlaken, als cremige Ansammlung in Zellstofftüchern oder in O.s Handinnenfläche, wo es wie Duschgel oder Haarshampoo aussieht. An guten Tagen textet er etwas dazu: „Für dich“, etwa. „Ergebnis deiner Fotos“. Oder „Geile Drecksau“. An weniger guten Tagen erscheinen die Bilder einfach nur so auf Deinem Handy. Kommentarlos. Erratisch. Und werfen die peinvolle Frage auf, in welchem Sex-Chat, für wen, unter Zuhilfenahme von wessen Selfies sie wohl entstanden sein mögen. Wie oft O. während eines langen Tages zum Mittel der Handentspannung greift, kannst Du nur vermuten. Genauso, wie gross die Phalanx der Frauen, die hilfreich mit virtuellen Stimuli bereitstehen, wohl sein mag. Die Phalanx grell geschminkter Damen sehr, sehr reifen Alters …

Dass O. einen Fetisch hat mit stylischen Ü-60-Frauen von aggressiver, kosmetisch stark betonter Attraktivität kommt erst spät in Deinem Bewußtsein an. Lange Zeit siehst Du in jungen, hübschen, sportlichen Frauen Deine grösste Konkurrenz. Und glaubst, jemand wie die „alte Lady“ sei ein Ausreisser, ein bizarrer Solitär im Harem von O. Erst nach Jahren, nach vielen weiteren irregeleiteten Bildern und schwierigen Chats wird Dir klar: grelles Make-up auf altersreifer Haut, krallige, rot lackierte Fingernägel an üppig beringten, braun gefleckten Händen und erotische Dessous an erschlaffenden, mageren Körpern in irgendeiner gesichtslosen Hochhauswohnung sind der eigentliche Mega-Kick für O. Und DU selbst, gerade mal fünf Jahre älter als O., mit Deinen immer noch braunen Haaren, Deinen Jeans, Deinen Tattoos, Deinem Teenager-Sohn und Deinem Herzen voller Zuneigung bist der wahre Sonderfall, die Abweichung vom erotischen Beuteschema, die Ausnahme von der Regel für O. …

Im Herbst 2015 beginnt jedoch erstmal Dein Aufstieg zur absoluten Selfie-Königin von O. Unaufhaltsam. Kometengleich. Während O. seine Freundin zu Arztterminen und Therapien begleitet, posierst Du in den ruhigen Vormittagsstunden fast täglich im Schlafzimmer auf dem Bett für immer neue Bilder. Du lernst, Dich als Trägerin der Highheels die Du von O. bekamst, Tag für Tag neu und anders zu inszenieren. Jeansmädchen. Fetisch-Lady. Bordsteinschwalbe. Anything goes. Jede Schluppenbluse, jedes Glitzertop aus Deinem Kleiderschrank verwandelt sich. Jede Blackjeans, jeder Rollkragenpulli besitzt plötzlich erotisches Potential. Du entdeckst Deine gesamte Garderobe neu, in der faszinierenden Symbiose, die sie eingeht mit den Nuttenschuhen von O. Und Dich selbst mit dazu. Als intuitive Wunscherfüllerin, als perfekter Spiegel erotischer Fantasien, als Liebesdienerin mit Selfie-Stick. Es ist eine dunkle, aufregende, traurigschöne Zeit. Und was in ihr beginnt ist suchterzeugend. Für Dich. UND AUCH für O.

Irgendwann, in einem der vielen nächtlichen Chats jener Zeit entwickelt O. eine neue verstörende Sex-Phantasie. „Ich werde dich bei unserem nächsten Treffen mal richtig demütigen!“ schreibt er. „Ich möchte Dir eine Glatze rasieren!“ – „Warum das?“ fragst Du aufgeschreckt. „Weil Du damit garantiert geil aussiehst!!!“ antwortet O. „Machst du mit wenn ich es dir befehle?“ – „Seit wann träumst Du DAVON?“ fragst Du zurück. „Gerade eben!“ antwortet O. „Also? Vergiss nicht das du versprochen hast meine Sklavin zu sein!“ – „Und wie soll ich das meinem Umfeld erklären?“ fragst Du. „Das ist dein Problem!“ antwortet O. Du überlegst. Versuchst Dir vorzustellen wie Dein Mann und Dein Sohn es aufnehmen würden, wenn Du kahlgeschoren vor ihnen stehst. Der Gedanke, sie zu schockieren, tut weh. Jedoch. Ein anderes Gefühl in Dir ist stärker. Viel stärker. Die Sehnsucht danach, intensiv berührt zu werden von O. Und sei es auf diese prekäre, kaputte Art. „Ja. Ich mach mit“ schreibst Du. „Geil“ antwortet O.

Die Wochen vergehen. Ein Indianersommer von epischer Schönheit nimmt seinen Lauf. Lichtdurchflutet, warm, bis weit in den November hinein. Gerne würdest Du O. einfach so, irgendwo, im Freien mal treffen. Nur ganz kurz. Um ihm in die Augen zu schauen. Seine Lippen und Hände zu spüren. Ihm leicht mit zwei Fingerspitzen über die Wange zu streichen und zu fühlen, wann er sich zuletzt rasiert hat. Um seine Stimme zu hören. Den Duft seines Eau de Toilette einzuatmen. Um mit ihm zusammen auf einer Parkbank zu sitzen während das Herbstlaub auf Euch herabfällt. Und ihn zu fragen wie es ihm geht, inmitten des Krebsdramas seiner Freundin. Du möchtest ihm zeigen, dass Du für ihn da bist. Und Dich davon überzeugen, dass es ihn immer noch gibt. Aber O. lässt derartige Begegnungen nicht zu. „Heute nicht“ antwortet er, wenn Du ihn fragst. „Heute möchte ich mal so richtig meine Ruhe haben. Aber bald besuch ich dich und fick dich so richtig durch!!! Ich weiss das du das brauchst!!! Und ich brauche es auch!!!“

Leider ist O.s „bald“ etwas völlig anderes als Deines. Unverbindlich, fluktuierend, relativ, so wie all sein Erleben, Denken und Tun. „Bald“ in der Sprache von O. heißt bestenfalls „irgendwann“. Eigentlich eher „vielleicht“, „eines fernen Tages, unter magischen Gestirnen“. Jedenfalls nicht „morgen“, „übermorgen“ oder „nächste Woche“. Und da Kohärenzstiftung ganz allgemein in O.s Reich der Unwägbarkeiten keinen Ort hat, kommen auch Informationen über die Therapiesituation von seiner Freundin nur bruchstückhaft und folgewidrig bei Dir an. Vieles musst Du Dir selbst zusammenreimen. Dass die ambulante Chemotherapie jede Woche Dienstags durchgeführt wird, beispielsweise. Mit Anderem, wie etwa unvorhergesehenen Krankenhausaufenthalten, kurzfristig notwendigen Bluttransfusionen, Behandlungskomplikationen und durchwachten Nächten wirst Du schockartig konfrotiert. Und genau dadurch von O.s frei flottierenden Emotionen überrollt. Es ist und bleibt eine schwierige Zeit. Tag für Tag.

Am 4.11.2015 schickt O. Dir zur Mittagszeit zwei Selfies von morbider, quälend schöner Traurigkeit. Dir bricht fast das Herz, als Du ihn vor dem Arkadengebäude eines der verwunschenen alten Friedhöfe Eurer Stadt stehen siehst, in eine dunkelblaue Edeldaunenjacke gehüllt über der sein Gesicht mit den schwarz umrandeten Augen noch zerbrechlicher und bleicher wirkt als sonst. „Ein Kuss von mir“ schreibt er dazu. „Danke Liebster!“ antwortest Du. „Wo ist das denn?“ – „Alter Friedhof am Schlosspark“ antwortet O. „Lolo hatte heute Chemo. In der Zeit gehe ich da immer spazieren“ – „Ach so“ antwortest Du. Bevor Du Deine Betroffenheit in weitere Worte fassen kannst, schickt O. Dir einen Text, der sich als weitergeleitete Whatsapp-Nachricht von seiner Freundin erweist. „Bin in 2,5 Std fertig“ heisst es da. „Port funktioniert nicht mehr. Muß es über Hand bekommen. Und am Freitag bekomm ich Blut Transfusion und Port Überprüfung. Alles Mist“ – „Die Ärmste“ schreibst Du. „Es geht mir nahe mit ihr!!!“

„Momentan läuft es sehr sehr schlecht für sie!!!!“ schreibt O. „Vielleicht muss sie nochmal an dem Port – da wird die Chemo angesteckt – operiert werden!!!!“ – „Also neuen Port reingemacht kriegen?“ fragst Du. „Der Port hat sich verschoben!!!“ antwortet O. „Er muss wieder in die richtige Position gebracht werden!!!! Wir wissen noch nicht wie das aussehen wird! Morgen ist der Termin dafür. Auf jeden Fall läuft es grad super schlecht!!!!“ – „Das tut mir sehr sehr leid“ antwortest Du. „Ich würde so gerne irgendetwas tun um Dir zu helfen!!“ – „Dass du mir immer neue Bilder schickst tut mir total gut!!!“ schreibt O. „Dann mache ich bald wieder welche für Dich!!!“ antwortest Du. „Ja bitte!!!!“ schreibt O. Noch am Nachmittag des gleichen Tages liegst Du mit Deinem Handy im Schlafzimmer auf dem Bett und machst Deine bisher besten, schönsten, sehnsuchtsvollsten Bilder für O. In roten Schuhen, weissen Strümpfen und einem korallenroten Satin-Trägertop. Tiefnachts schickst Du sie ihm, mit vielen vielen Küssen. Antwort? Fehlanzeige.

tb_logos__light_horizontal

Insomnia

Nach dem 28. August 2015 vergehen knapp drei schwierige Jahre. Eine Ära des Duldens und Dienens. Äonen, in denen Du gemeinsam mit O. auf den Spuren seiner traumatischen Kindheit wanderst. Die Abgründe seiner verwüsteten Seelenwelt durchschreitest. Verlorensein, Krankheit und Lebensferne mit ihm teilst, trägst,  ja: statt seiner lebst. Dich von ihm belügen, betrügen, vergewaltigen und schlagen läßt. Konfontiert und gedemütigt wirst mit anderen Frauen. Mehrfach. Oft. Immer wieder. Und dennoch festhältst an Deiner Idee von O. als einem sensiblen, gemarterten Traumprinzen, den es zu erlösen gilt. Aus der kalten, dunklen Burg seiner schweren Vergangenheit. Zu der allein Du den magischen Schlüssel finden kannst, wenn Du nur lange genug suchst. Bis Du endlich begreifst, dass es auch Dir, trotz all der vielen Liebe die Du für O. in Dir trägst, nicht gelingen wird, die schwere narzisstische Wunde in seinem Inneren zu heilen. Und Du allmählich beginnst, Dich aus seinem dunklen Kosmos zu lösen.

Der Spätsommer 2015 beschert Dir eine rasche Initiation in die morbide Lebenswirklichkeit von O. Am 31.8. erfährst Du, dass der Brustkrebs seiner Freundin das reine Anfangsstadium bereits verlassen hat. „Heute hat der arzt anrufen!!!“ schreibt O. fühlbar konsterniert um 18.08h. „Lymphknoten sind befallen!!!“ Im anschließenden Chat entwickelt er wilde Verschwörungstheorien über die Ursache von Lolos Erkrankung. Schuld seien vor allem ihre Schwester, die vielen Streitigkeiten wegen des familieneigenen Firmengeflechts, die Sehnsucht nach ihren Neffen und, natürlich, die Ungerechtigkeit des Lebens überhaupt. „Es trifft so oft die Falschen!!!“ schreibt O. „Ich wüßte auf der Stelle mindestens zehn Leute die es verdient hätten!!! Aber sie nicht!! Sie kann einem wirklich leid tun!!!“ Etwaige Anteile seiner selbst oder gar eigene Verhaltensmuster blendet O. bei dieser abenteuerlichen extrinsischen Krankheitsbegründung natürlich konsequent aus. Und Du? Du hütest Dich, dazu etwas zu sagen.

Zwei Wochen später, in den frühen Morgenstunden des 15.9.2015 kommt es zwischen O. und Dir zu einem bahnbrechenden Chat, den Du noch Jahre danach als legendär einstufen wirst. Du erwachst an diesem Tag mit dem zwingenden Gefühl, von O. gebraucht, ja, regelrecht gerufen zu werden. Nachdem Du Dich mit Deinem Handy ins Wohnzimmer geschlichen und auf dem Sofa in eine Wolldecke gehüllt hast, begegnest Du via Whatsapp einem unmaskierten, einem wirklichkeitsnahen O. von luzider Authentizität. „Guten Morgen“ antwortet er, direkt nachdem Du ihn angeschrieben hast. „Auch schon wach?“ – „Ja“ antwortest Du. „Warum? Schlecht geträumt?“ fragt O. „Einfach nur so“ antwortest Du. „Und Du? Konntest Du ein bisschen schlafen?“ – „Leider nicht!“ antwortet O. „Ich habe immer so schlimme Träume!“ – „Oje!“ schreibst Du, während das Gefühl einer eigenartigen Schwere von Dir Besitz ergreift. „Was träumst Du?“ – „Alles mögliche!“ antwortet O. „Aber meistens sind es unangenehme Träume und sie sind sehr intensiv!“

Du erfährst, dass O. sehr oft davon träumt, verfolgt zu werden und flüchten zu müssen. Anscheinend durchstreift er in seinen Parasomnien häufig atomar verwüstete Landstriche. Und wird, als einziger Überlebender der noch wenige Habseligkeiten retten konnte, von obdachlosen Ausgestossenen belästigt und umstellt. Du kannst das Grauen dieser Traumgesichte spüren, als er davon schreibt. Und würdest gerne etwas tun um sie von ihm zu nehmen. „Du Armer. Wann schläfst Du denn überhaupt mal?“ schreibst Du, um von Deiner Hilflosigkeit abzulenken. „Paar Stunden bring ich schon zusammen“ antwortet O. „Und wenn Du wach bist? Was machst Du dann?“ fragst Du weiter. „Bisschen rumräumen, Musik hören, lesen“ antwortet O. „Ok. Ich wollte Dich nicht stören gerade!“ schreibst Du. „Ich bin nur vorhin wach geworden und habe an Dich gedacht!“ – „Das ist sehr lieb von dir Kleine“ antwortet O. „Du störst doch nicht. Hast Du eigentlich im Moment was an oder bist Du nackt?“ – „Ich hab ein T-Shirt an“ antwortest Du.

„Dann streichel doch ein bisschen Deine Brüste!“ schreibt O. „Du weißt ja dass mich das scharf macht!“ – „Ok“ antwortest Du. „Würdest Du mal gerne mit mir kuscheln?“ fragt O. „Oder engumschlungen im Bett mit mir liegen? Oder magst Du sowas gar nicht?“ – „Doch, O.! Zärtlichkeiten mag ich sehr!“ antwortest Du. „Nackt mit Dir unter einer Decke wäre schön! Einfach nur spüren dass Du in der Nähe bist. Das würde mir schon genügen!“ – „Dann lass uns das doch machen!“ schreibt O. „Möchtest Du so etwas denn?“ fragst Du. „Es wäre traumhaft!“ antwortet O. „Mit Dir möchte ich alles!“ – „Wirklich?“ fragst Du ungläubig, nach allem was Du über O. und seine Präferenzen weißt. „Babe“ antwortet O. „Ich kann es zwar selber kaum glauben dass ich mit Dir Dinge machen kann die ich nie für möglich gehalten hätte. Aber es ist so!“ – „Wahrscheinlich ist das so weil ich Dich liebe!“ antwortest Du. „Und weil wir super zusammen passen!“ – „Ja Babe!“ textet O. „Es war absolutes Schiksal dass wir uns begegnet sind.

Bevor Du antworten kannst, schreibt O. weiter. „Ich weiß dass ich Dich oft sehr quäle!“ textet er. „Dabei hättest Du eigentlich nur Gutes verdient!!! Ich weiß dass Du gern kuschelst und es zärtlich magst! Aber ich WILL Dich schlecht behandeln!!“ – „Das ist schon ok“ antwortest Du. „Es ist wirklich einfach unglaublich was ich im sexuellen Bereich alles mit Dir machen kann!!!“ schreibt O. „Nicht nur dass Du mich hinten küßt und Dich anpissen läßt – ich könnte Dich auch schlagen, fesseln, Dir nen Gürtel um den Hals legen und dich damit würgen und hinter mir herziehen!!! Sogar anspucken könnte ich Dich!!!“ – „Das stimmt“ antwortest Du. „Ich kann das aber nur mit Dir. Mit jemand anderem ginge es nicht. Du hast eine so charmante Art all diese Dinge zu machen. Es ist nichts Abstossendes für mich daran – im Gegenteil! Alles was von Dir kommt ist für mich wunderschön und wertvoll!“ Eine Pause entsteht. Das fahle Licht im Raum hellt sich allmählich auf. Die ersten Vogelstimmen erklingen im Garten.

Du aber wirst, ungeachtet des bevorstehenden Tagesanbruchs, jählings von einer fast narkoleptischen Schlafattacke übermannt. Dein Kopf sinkt in den Nacken, das Handy gleitet Dir aus der Hand, unter Deinen flatternden Lidern gewahrst Du Wolkenfetzen, Lichtkegel und das bleiche Gesicht von O. Als sein Nachrichten-Ton Dich aus den Halluzinationen reisst, siehst Du, dass er einen beispiellosen Text verfasst hat. „Du bist schön und gebildet!“ schrieb er, während Du weggedämmert warst. „Bist Mutter eines Sohnes und hältst ein Haus in Schuss! Darum fand ich es so überraschend dass Du all diese Dinge mit Dir machen lässt!!! Ok, wenn Du so eine gammlige Tussi wärst … Aber Du bist auch total gepflegt und feinfühlig! Es ist einfach unfassbar was ich durch Dich erlebe!!! Und was so alles in mir selbst steckt!!! Du hast das in mir erweckt!!! Ich verdanke Dir die aufregendsten körperlichen Erlebnisse in meinem Leben!!!“ – „Ja?“ schreibst Du benommen. „Ich dachte Du hast all sowas schon immer gemacht!“

„Nein!!!“ antwortet O. mit einer Vehemenz, die durch das Handy zu Dir dringt. „Du bist die Erste die mich hinten leckt!! Die Erste die ich anpisse!!! Die Erste die sich dreckiger und strenger behandeln lässt!! Aber Du! Du hast das schon öfter mit anderen Männern gemacht, oder?“ – „Nein!“ antwortest jetzt Du. „Ich kann das nur mit Dir. Aber ich wollte schon als Mädchen immer Sklavin spielen, zusammen mit einem Freund!“ – „Du warst eben schon immer eine geile Sau!“ schreibt O. „Und jetzt erzähl mir wie oft Du Deinen Mann schon betrogen hast!!!“ – „Ich hatte wirklich nicht so viele Männer wie Du denkst!“ antwortest Du. „Bei den meisten hat es schon gereicht was sie Dummes erzählen und dann kam es gar nicht mehr zu einem Date. Du hingegen warst unvergleichlich in Deiner Art mich aufzureißen! Das war damals ein Moment den ich nie vergessen werde. Ich war sofort total hin und weg von Dir!“ – „Babe, ich bin absolut glücklich dass Du mich ein bisschen magst und mir mein Leben so versüsst!“ textet O.

„Ich versuche es so gut ich kann denn ich mag Dich mehr als nur ein bisschen!“ antwortest Du. „Für mich ist es eine Art Märchen was ich mit Dir erlebe. Ich kann manchmal gar nicht glauben dass es wahr ist!“ – „Da geht es mir wie Dir!“ textet O. „Es ist ein Märchen!“ – „Ein dunkles Märchen“ schreibst Du. „Oh ja, ein sehr dunkles!!!“ echot O. Du würdest gerne wissen, ob O. wirklich ahnt, welche archetypischen Feengeschichten er um sich herum lebt und inszeniert. Doch bevor Du ihn dazu etwas fragen kannst, schreibt er erneut. „Das Chatten mit Dir hat mich mal wieder total aufgeheizt! Und darum werde ich es mir jetzt schnell machen und dabei an Dich denken!“ – „Tu das mein geheimnisvoller Prinz“ antwortest Du. „Ich liebe es wenn Du in mich eindringst!“ – „Und ich liebe es wenn ich über Deinem Gesicht knie und Du mich hinten küsst! Ich dabei Deine Muschi und Deine Beine sehe! Und Du Dich selber streichelst und stöhnst!“ antwortet O. Dann fällt die Sonne ins Zimmer. Euer Nacht-Chat ist zu Ende.

Zwei Stunden später aber meldet O. sich nochmals bei Dir. „Welche Schuhgröße hast Du?“ fragt er. „39“ antwortest Du. „Ich habe jetzt Highheels für Dich ausgesucht!“ schreibt O. nach einer kurzen Pause. „Hab fünf Paar bestellt und bezahlt. Ich konnte nicht anders. Hier ist die Tracking-Nummer. Sie kommen zu Dir!!!“ Am 17.9.2015 bekommst Du spätnachmittags tatsächlich ein riesiges Paket. Es enthält Ankle-Boots mit Leopardenmuster und dunkelrotem Stiletto-Absatz. Plateau-Pumps aus schwarzem Lederimitat, mit Nieten auf der Sohle. 14mm hohe Brautschuhe, bezogen mit elfenbeinfarbigem Satin. Hochhakige Peeptoes aus schwarzem Netzstoff, mit Strassperlen am Rand. Und rosé-golden schimmernde Glitzerheels. „Aschenputtel war gestern“ denkst Du, während Du Seidenpapier und Kartonagen im Altpapiercontainer eines benachbarten Wohngebäudes entsorgst. Dann beginnst Du damit, das erste Paar Schuhe an Deinen nackten Füssen zu fotografieren. Und bist Dir sicher, dass eine vollkommen neue Zeitrechnung begonnen hat zwischen Dir und O.

 

tb_logos__light_horizontal

The Rim-Job

Samstag, 23.8.2014 9h. O. hat geschrieben, um 4h morgens: „Ich will Dich wissen lassen dass Du es heute in einem Haus mit mir machen könntest!“ „Oh gerne!“ schreibst Du rasch zurück. „Zu spät!!“ antwortet O. „Ich habs mir heute schon zweimal gemacht und bin jetzt nicht mehr geil!“ Mittags. „Wenn wir uns heute sehen, würdest Du dann Deinen Dildo mitbringen?“ fragt O. „Natürlich!“ schreibst Du. „Und was würdest Du anziehen?“ – „Jeans, weisses Top, schwarze Stiefeletten“ schreibst Du. „Babe, das ist mir aber nicht geil genug!“ antwortet O. Längeres Schweigen. Du resignierst. Da, eine neue Sms. „Kannst jetzt gleich kommen?“ – „Ich muss noch duschen!“ schreibst Du. „Beeil Dich, Schlampe!“ schreibt O., „Du solltest längst hier sein!!!“ 16h. O. erwartet Dich bei einer Parkbank ganz in der Nähe Eures bisherigen Treffpunkts. Blass, mit unbewegtem Gesicht schaut er zu, wie Du Dein Fahrrad absperrst, ohne Begrüßungskuss schiebt er Dich in den bereitstehenden Geländewagen. Es ist nur eine kurze Fahrt. Dann seid Ihr da.

O. parkt in der gleichen Garage, in der er Dich vor zwei Wochen im Auto so hart genommen hat. Diesmal aber lässt er Dich aussteigen und öffnet die Verbindungstür zum Haus. Du betrittst den Flur und empfindest ein diffuses, unerklärliches Gefühl von Fremdheit und Überwältigung. Der Einrichtungsstil ist von kalter Modernität. Geradlinige Formen, Monochrome Farbgebung. Gediegenste Materialien. Das Treppenhaus dominiert von breiten Stufen aus massivem Eichenholz, an den Wänden bis unters Dach dekoriert mit Bildern: Street Style. Urban Art. Dunkle Motive. Comics. Fratzen. Verletzte Gesichter. Augen, aus denen grellfarbige Tränen rinnen. „Ein Wahnsinnshaus!“ flüsterst Du und schlingst schutzsuchend die Arme um O.s Hals. „Leider nicht meins!“ antwortet er während er sich losmacht und Dich zu einer grossen, schwarzen Couch-Landschaft im Wohnzimmer schiebt, von der ein Teil mit einem weissen Leintuch abgedeckt ist.

„Jeans runter, Schlampe, und hinlegen!“ kommandiert O., während er sich auszieht und Dich seinen grossen, breiten Schwanz sehen lässt. Halb liegend zerrst Du Dir Deine Kleider vom Körper und spreizst gehorsam die Beine. O. spuckt präzise dazwischen und dringt direkt in Dich ein ohne Dich sonst irgendwie zu berühren. Wieder stösst er nur wenige Male heftig zu. Dann lässt er unvermittelt von Dir ab und geht aus dem Raum. Du bleibst reglos mit geöffneten Beinen liegen und horchst. Es ist totenstill um Dich herum, die Zeit scheint anzuhalten. Du beginnst zu frösteln. Ist er ganz gegangen? Lässt er Dich allein hier in dem fremden Haus? Was sollst Du tun? Gerade als Du Dich aufrichten willst kommt er zurück. „Bleib liegen, Schlampe! Zieh das an!“ sagt er und wirft Dir mit einer verächtlichen Handbewegung ein schwarzes Netz-Top in den Schoss. „Wo hast Deinen Dildo?“ fragt er, während Du Dir das Top überstreifst. „In meiner Tasche“ sagst Du und fängst an, hektisch darin herumzusuchen. „Steck ihn Dir rein! Machs Dir selber!“ herrscht O. Dich an. Du gehorchst. Legst Dich auf den Rücken, öffnest wieder die Beine, bewegst den Glasdildo so dass O. es gut sehen kann. „Du bist so eine geile Drecksau!“ sagt er während er sich über Dein Gesicht kniet.

Du siehst sein helles Gesäss, seine grossen Eier ganz nah über Dir. „So, und jetzt leck mein Arschloch, Du Schlampe!“ sagt O. Du lässt den Dildo los, greifst vorsichtig mit den Armen unter O.s Oberschenkeln hindurch um  sein Gesäss berühren zu können, ziehst seine Pobacken ein wenig auseinander, küsst und beisst sie ganz leicht links und rechts und arbeitest Dich dann mit der Zunge zum Rektum vor. Es fällt Dir sehr leicht. O. ist perfekt rasiert. Du leckst und küsst ihn hingebungsvoll, mit all der Liebe die Du für ihn in Dir hast. Es fühlt sich hell, glatt, zart und weich an. O. besorgt es sich mit einer Hand und bewegt mit der anderen den Glasdildo in Dir auf und ab. Du spürst wie er beginnt über Dir zu zucken, beschleunigst ein wenig die Bewegungen von Deiner Zunge und fühlst Sekunden später sein warmes Sperma auf Deinen Bauch klatschen. Du bist sehr, sehr glücklich. O. vertieft sich für einen Moment in den Anblick dessen was er auf Deinem Tattoo hinterlassen hat bevor er es sorgsam mit einem Kleenex abwischt. Dann mahnt er zur Eile.

Schnell raffst Du Deine Sachen zusammen, schlüpfst in Deine Kleider während er das Leintuch zusammen legt und mit konzentriertem Blick die Couch in die richtige Position zurück schiebt. Ohne weiteren Wortwechsel verlasst Ihr das Haus. O. bringt Dich im Auto zurück zu Deinem Fahrrad und entschwindet grusslos, noch bevor Du es entsperrt hast. Du stehst allein bei der Parkbank. Für Sekunden fühlt sich alles unwirklich an, wie nur geträumt. Existiert O.? Hast Du das alles gerade tatsächlich erlebt? Du schaust auf Dein Handy. 23 Minuten hat es gedauert. Es übersteigt Dein Fassungsvermögen. Innerlich zitternd, mit wackligen Knien steigst Du auf Dein Fahrrad und fährst heim. Spätabends erreicht Dich eine Sms: „Danke Kleine!!!! Es war wirklich ein unglaubliches Gefühl Deine weiche Zunge an meinem Arschloch zu spüren!!! Küsse!!“ – „Ich hab es sehr gern gemacht!“ antwortest Du. Doch O. schreibt nicht mehr zurück.

Donnerstag, 28.8.2014 10h. Du verbringst eine ruhige Ferienwoche zusammen mit Deinem Sohn. Dein Mann ist verreist. Du hast O. geschrieben dass Du nachts oder frühmorgens problemlos für eine schnelle Nummer im Auto zu ihm herauskommen könntest, so wie er es ja schon ein paarmal gern von Dir gewollt hätte. Auch um vier Uhr morgens, der Tageszeit zu der er Deinem Eindruck nach besonders gerne chattet oder Sex hat. Aber das schien ihn nicht weiter zu interessieren, jedenfalls hast Du seit Deinem Rim-Job nichts mehr von ihm gehört. Nun schreibst Du einem Freund, den Du seit Deiner Schulzeit sehr gut kennst. Er ist Diplom-Psychologe, Suchtberater, und als solcher bestens bekannt mit Junkies, Trinkern und PC Spiel-Opfern. Ihm vertraust Du Deine jüngsten Erlebnisse an. „Du liebe Zeit!“ schreibt er, als er vom Blitz-Sex ohne Zärtlichkeit erfährt. „Der Typ muss ja eine absolute Scheiss-Kindheit gehabt haben! Den würd ich zu gern mal klinisch testen!“ Und dann: „Pass auf Dich auf Mädel! Ich denk der ist nicht ungefährlich!!“

Freitag, 29.8.2014 3h45. Du schläfst nackt unter Deiner leichten Sommerdecke. Wie in allen Nächten seitdem Dein Mann verreist ist, hast Du Dein Handy eingeschaltet ganz nah bei Dir, um erreichbar zu sein für O. Bisher hat er Dich noch nie geweckt. Nun aber piept es. „Guten Morgen Kleine“ schreibt O. „Bist Du wach?“ – „Sollbich rauskommen tu einem Autofick?“ schreibst Du und wühlst Dich in den Kissen zurecht. „Nein!“ antwortet er. „Schade“ schreibst Du. „Es wüdeso gut gehen grade!“ – „Ich hoffe Du bist nicht zu enttäuscht von mir!“ schreibt O. „Aber meine Ma hat Krebs!!!! Es sind jetzt ihre letzten Tage und dann hat sie es hoffentlich bald geschafft! Es betrifft Dich ja nicht aber ich wollte dass Du es weisst!“ Eine Vielzahl von Gefühlen flutet Dein verschlafenes Gehirn. Schock. Rührung. Mitleid. Tiefe Scham. Wie konntest Du ihn mit Deinen albernen Wünschen behelligen wenn er ein so schweres Problem zu meistern hat! „Vielen vielen Dank für Deine Offenheit!“ schreibst Du. „Ich versteh Dich jetzt viel besser. Bitte sag bescheid wenn ich was helfen kann!“ – „Danke, Kleine!“ schreibt O. Mehr nicht.

8h. Du bist wieder eingeschlafen nach dem Chat mit O., halb sitzend, das Kissen im Rücken, mit dem Handy im Schoss. Es war ein unruhiger Schlaf mit wirren Träumen von Krankenhausbetten und Infusionen. Nun, beim Aufstehen fühlst Du Dich auf eigenartige Weise angestrengt, zerschlagen, irgendwie ausgelaugt, als hätte ein dunkles Fabelwesen Dich besucht, ein Nachtmahr oder ein Vampir. Dabei bist Du ja eigentlich sehr glücklich. Denn, was O. heute Nacht geschrieben hat, ist es nicht ein wunderbarer Vertrauensbeweis? Heisst es nicht, dass er Dich einbezieht in diesen gerade besonders schwierigen Teil seines Lebens? Und dass er ein Mensch ist, sensibel, mit sehr tiefen Gefühlen? Aufgewühlt vom Sterben seiner Mutter? Du empfindest es als eine Art düsterer Auszeichnung ihm gerade jetzt begegnet zu sein. Und willst Dich dessen würdig erweisen. Unbedingt.

Sonntag, 31.8.2014 Nachmittag. Du sitzst im Garten. Buchs und Hecke sind gestern von einem hübschen jungen Mann mit braunen Locken zurück geschnitten worden. Während der Kaffeepause auf der Terasse erzählte er von seinem Beruf, vom Klettern auf Bäume und von extravaganten Gartenideen vermögender Kunden. Voller Interesse hattest Du ihm zugehört und dachtest dabei natürlich die ganze Zeit an O. Stelltest Dir vor wie es wäre wenn ER her käme um bei Dir im Garten zu arbeiten oder Du ihn irgendwo besuchen könntest, in einem verwilderten, verwunschenen Park. Du würdest mit dem Rad hinfahren, in einem leichten Sommerkleid und er würde in Arbeitshosen und mit nacktem Oberkörper von einer Leiter zu Dir herabsteigen um Liebe mit Dir zu machen, im Schatten irgendeines Buschs. Wunderschön wäre das, denkst Du. Natürlich würdest Du danach sofort aufstehen und gehen, ihn nicht behelligen mit dummen Fragen oder romantischen Ideen. Du würdest nur einfach seine Konkubine sein und hoffen dass Du damit sein Herz bewegst.

tb_logos__light_horizontal