The Starry, Starry Nights

Mit dem Verklingen der festlichen Lieder am Ende der Weihnachtsfeiertage 2015 ist O. plötzlich wieder ANDERS. Nicht mehr eingemauert, unerreichbar und kalt so wie in den finsteren Stunden des Advent. Sondern offen und voller Berührbarkeit. Jedenfalls kommt es Dir so vor, als Du am 26.12. um 9h Dein Handy einschaltest und siehst, dass O. Dir um 5.34h schrieb. „Guten Morgen mein süßer Schatz!!!“ textete er. „Ich habe sehr starke Sehnsucht nach dir und bin sehr froh wenn wir uns wiedersehen!!!“ – „Oh Liebster!!! Es geht mir ganz genauso!!!“ schreibst Du dankbar zurück und eilst ins Badezimmer um Bilder von Deiner nackten Brust zu machen. „Ich bin so froh wenn die Ferien vorbei sind und ich Dir endlich wieder richtig dienen kann!“ Dass Du in diesem Moment Deinen Mann, Deinen Sohn und grosse Teile Deiner eigenen inneren Wertordnung verrätst, stört Dich nicht. Ebensowenig wie die Tatsache, dass O. Dir nichts erwidert. Das Glücksversprechen seiner Worte trägt Dich durch den ganzen langen Wintertag.

In der folgenden Nacht hält ein nahezu kristallin scheinender Sternenhimmel Dich davon ab, schlafen zu gehen. Stunde um Stunde bleibst Du im Wohnzimmer sitzen, hütest das Kaminofenfeuer und verlierst Dich im Anblick der glitzernden Asteroiden am mondhellen Firmament über Deinem Haus. Um 3.32h nimmst Du schließlich Dein Handy, öffnest Deine Chats mit O. und schreibst: „Guten Morgen! Ich bin gerade wach und denke an Dich. Es sind wunder- wunderschöne sternklare Vollmondnächte im Moment und ich würde mich so gerne mit Dir treffen!“ – „Ich weiss dass es nicht geht“ fügst Du nach einer kleinen Pause hinzu. „Aber Du sollst wissen dass ich es mir wünsche!“ Dann kuschelst Du Dich unter der Patchworkdecke auf der Couch zurecht. Gerade als Du dabei bist, Dich doch noch in einen leichten Dämmerzustand gleiten zu lassen, vibriert das leise gestellte Smartphone in Deiner Hand. „Guten Morgen Babe!“ schreibt O. „Weisst du wie du mich glücklich machen könntest?“ – „Wie denn?“ fragst Du erwartungsvoll.

„Du könntest dir im Internet eine enge Leggings aus schwarzem Lederimitatstoff bestellen!!!“ schreibt O.  „Eine die glänzt und schimmert!!! Am Besten gleich mehrere denn ich werde sie dir dann im Schritt aufschneiden!!! Würdest du das für mich tun?“ – „Na klar“ antwortest Du. „Ich mach mir nur Sorgen dass die dann gar nicht so toll an mir ausschaut!“ – „Babe, sie wird absolut perfekt an dir aussehen!“ schreibt O. „Du hast nen hammergeilen Körper und ich kann es kaum erwarten Sie an dir zu sehen!!!“ – „Dann mache ich das nachher“ antwortest Du. „Und sobald sie hier ist schreib ich es Dir und versuche auch Bilder zu machen, ok?“ – „Babe ich liebe dich!!!“ textet O. voller Leidenschaft. „Bitte bestelle sie!!! Ich gebe dir auch ganz sicher das Geld dafür!!! Wenn du willst dann gleich morgen!!!“ – „So eilig ist es jetzt nicht“ antwortest Du. „Dann gebe ich es dir gleich nach den Ferien!!!“ schreibt O. Eifrig. Voller Überschwang. „Ich bin gerade sehr glücklich!!! Davon träume ich schon  seit ewigen Zeiten!!! Danke!!!“

„Süsser!“ schreibst Du. „Ich wusste ja gar nicht dass Du da so drauf stehst! Ich dachte immer Catsuits sind das Heisseste für Dich!“ – „Mir hat das schon immer sehr gut gefallen – enge Hose und Highheels!!!“ antwortet O.  „Catsuits und Strümpfe bleiben natürlich meine Lieblingssachen!!!! Ich habe aber auch das mit dem Jeans-Aufreissen bei dir extrem geil gefunden!!! Es ist einfach unbeschreiblich für mich dass ich nun alle meine Wünsche von dir erfüllt bekomme!!!“ – „Ich liebe es Sachen für Dich anzuziehen und Bilder davon zu machen und zu hoffen dass es Dir gefällt!“ antwortest Du. „Jedes Bild von dir gefällt mir!!!“ fabuliert O. „Du bist wunderschön und unbeschreiblich erotisch!!! Noch nie hat eine Frau mich so erregt und glücklich gemacht wie du!!! Ich würde dir sehr gerne wieder was schenken. Hast du einen Wunsch? Dann gebe ich dir das Geld dafür!!!“ Du überlegst. Draußen scheint ein Schwarm flimmernder Sternschnuppen über den Nachthimmel zu gleiten. „Mein größtes Geschenk ist dass es Dich gibt“ antwortest Du dann.

Nachdem Euer Chat beendet und die arktische Sternennacht einem trüben Altjahresmorgen gewichen ist, begleitet ein Gefühl der Benommenheit Dich durch den ganzen restlichen Tag. O.s überbordende Begeisterung für Dich und alles was Du tust, kam genauso unvermutet und abrupt wie sein kaltes Schweigen in der Zeit davor. Und hinterlässt in Dir deshalb vor allem: Schock. Verwirrung. Unsicherheit. Und Angst, die neu erworbene Zuneigung gleich wieder zu verlieren. Deshalb wendest Du besonders viel Sorgfalt auf, die Online-Shops im Internet mit Deinem Smartphone nach schwarz glänzenden Leggings zu durchstöbern. Du suchst und sichtest. Wischst und zoomst. Bemühst Dich, Stoffbeschaffenheiten und Texturen zu erkennen. Bis Deine Augen schmerzen. Gelangst endlich, als es draußen bereits dunkelt, zu einer Kaufentscheidung. Schließt den elektronischen Bestellvorgang ab. Atmest auf. Hältst inne. Informierst O. Glücklich. Stolz. „Leggings geordert!“ Jedoch. Leider. O. antwortet nicht. O. schweigt.

Erst spätnachmittags am 30.12.2015 hörst Du wieder von O. „Ich liebe dich. Schick mir Bilder!!!“ schreibt er während Du gerade mit Deinem Mann und Deinem Sohn bei Tee und Lebkuchen zusammen in der Küche sitzst. „Ich konnte keine neuen machen!“ tippst Du mit dem Handy unter dem Tisch. „Dann schick mir alte!!!!“ schreibt O. „Irgendwelche!!! Ich brauche das jetzt!!!“ – „War heute Chemo?“ fragst Du ahnend. „Ja!!!“ antwortet O. „Und der Lolo geht’s schon wieder so schlecht dass sie morgen ne Bluttransfusion bekommt!!!“ – „Oh nein!“ schreibst Du, bemüht, Deine Bestürzung vor Deinem Mann und Deinem Sohn zu verbergen. „Ist super scheisse!“ schreibt O. „Und jetzt schick mir endlich Fotos. Ich will gleich noch wichsen und sie mir dabei anschauen!!!!“ Du zögerst. Denn Du würdest O. so gern auf andere Art helfen. Aber Du weisst dass das nicht geht. Also tust Du was er verlangt. Schickst Bilder von Deinem Körper in der zerrissenen Jeans. „Danke!!! Du bist einfach megageil!!!!“ schreibt O. nachdem er sie bekommen hat.

Am 2. Januar 2016 kommen die von O. so sehr ersehnten Leggings mit der Post bei Dir zu Hause an. Und O. ist vollkommen elektrisiert, als er erfährt, dass Du das Paket erfolgreich abgefangen hast. „Babe!!!“ schreibt er und hängt seiner Nachricht vier flehende Whatsapp-Hände an, „BITTE pack sie aus und zieh sie an!!! – „Ich bin nicht allein zu Hause!“ antwortest Du. „Bitte versuche es trotzdem!!!“ schreibt O. „Ich muss dich unbedingt in dieser Hose sehen!!!“ – „Ok“ antwortest Du, eilst ins Schlafzimmer, holst die schwarzen Peeptoes aus ihrem Versteck, hastest ins Badezimmer, sperrst Dich ein, zerrst Dir die Alltagskleider vom Körper, schneidest das Päckchen mit der Nagelschere auf, reisst die Leggings heraus, schlüpfst hinein, steigst in die Highheels, nimmst das Smartphone und machst Bilder, Bilder, Bilder für O. Rittlings auf dem Rand der Badewanne sitzend. In Hockstellung auf dem dunklen Fliesenboden. Lasziv an die Duschkabine gelehnt. Bis Dein Sohn an die Tür klopft und fragt ob alles ok ist im Bad …

„Ja, mein Zarewitsch!!!“ flötest Du nach draußen. Dann nimmst Du Dein Smartphone und schreibst: „Ich hab die Leggings jetzt fotografiert! Ich schick die Bilder, ok?“ – „Nein!!!“ antwortet O. „Ich möchte dich das erste Mal live in den Sachen sehen!!! KEIN Foto jetzt!!!“ – „Aber es war Dir doch so wichtig!!“ protestierst Du fassungslos während alle Energie aus Deinem Körper weicht. „Das war ein Test!!!“ antwortet O. Kalt. Unerbittlich. Vollkommen kontrolliert. „Ich wollte wissen ob du mir noch gehorchst!!!“ – “ Und? Weisst Du es jetzt??“ schreibst Du. „Ja Babe!“ antwortet O. „Wann sind die Ferien vorbei?“ – „Am 8. Januar bin ich wieder alleine hier“ schreibst Du. „Dann komme ich am 8. Januar zu dir!!“ antwortet O. „Gegen 9 Uhr. Würdest du dich dann bitte im Gesicht stark schminken? Mit richtig viel rotem Lippenstift?“ – „Ja ok“ schreibst Du und starrst vor Dich hin. Resigniert. Traurig. Leer. Weil Du plötzlich weisst: Egal, was passiert. Egal, was Du tust. SO werden O.s Spiele mit Dir immer weiter gehen …

Zum Ende der Weihnachtszeit, vom 5. auf den 6. Januar 2016 ereignet sich nochmals eine spektakulär fluoreszierende Winternacht. So erleuchtet, so lukulent, dass man fast glauben könnte, das sagenumwobene Nordlicht zu sehen. Wieder bleibst Du lange wach und beobachtest bizarr geformte Wolkenfelder, die mit rasender Geschwindigkeit über den funkelnden Sternenhimmel treiben. Und tatsächlich schreibt O. Dich in der Morgenfrühe, kurz vor Helligkeitsbeginn an. „Guten Morgen meine Mega sexy Lady!!!“ textet er. „Ich wünsche dir einen wunderschönen Feiertag!!! Ich denke die letzten Tage sehr sehr viel an dich!!! Meine Sehnsucht nach dir wird immer unerträglicher!!! Ich liebe dich!!!“ – „Oh Süsser! Es geht mir ganz genauso!“ schreibst Du beglückt zurück. „Ich freue mich schon so sehr darauf Dir endlich die schwarzen Leggings zu zeigen!“ – „Ich kann es jetzt wirklich kaum mehr erwarten dich darin zu sehen!!!“ antwortet O. „Und ich muss dir ehrlich gestehen dass ich Riesenlust darauf habe dich dann etwas härter ranzunehmen!!!“

„Wow!!“ antwortest Du. „Ich sehne mich so danach Dich zu spüren!“ – „Babe“ textet O. schwelgerisch, „es wird geradezu unglaublich werden wenn du in Highheels und Leggings vor mir stehst!!! Es wird mich wegtragen!!!“ Du antwortest nicht gleich. „Erstmal werde ich dich zärtlich küssen!!!“ schwärmt O. weiter. „Und dann werde ich in die Leggings mit meinem Taschenmesser einen kleinen Schlitz reinmachen bevor ich sie dann aufreisse!!! Das wird der absolute Wahnsinn für mich!!!“ – „Für mich auch!“ antwortest Du. „Babe“, schreibt O. wieder, „ich halte es nicht mehr aus!!! Schick mir bitte sofort die Bilder die du von der Leggings gemacht hast. Ich brauche das jetzt!!!“ – „Ok“ antwortest Du. Dann klickst Du Dich gehorsam in die Galerie von Deinem Smartphone, wählst 22 Bilder aus und sendest sie. „Ursula ich liebe dich!!!“ schreibt O. nach einer kleinen Weile zurück. „Ich hatte nie eine unglaublichere Frau als dich!!! Übermorgen kannst du mich glücklich machen!!!“ – „Das werde ich mein Gebieter!!!“ antwortest Du ….

Insomnia

Nach dem 28. August 2015 vergehen knapp drei schwierige Jahre. Eine Ära des Duldens und Dienens. Äonen, in denen Du gemeinsam mit O. auf den Spuren seiner traumatischen Kindheit wanderst. Die Abgründe seiner verwüsteten Seelenwelt durchschreitest. Verlorensein, Krankheit und Lebensferne mit ihm teilst, trägst,  ja: statt seiner lebst. Dich von ihm belügen, betrügen, vergewaltigen und schlagen läßt. Konfontiert und gedemütigt wirst mit anderen Frauen. Mehrfach. Oft. Immer wieder. Und dennoch festhältst an Deiner Idee von O. als einem sensiblen, gemarterten Traumprinzen, den es zu erlösen gilt. Aus der kalten, dunklen Burg seiner schweren Vergangenheit. Zu der allein Du den magischen Schlüssel finden kannst, wenn Du nur lange genug suchst. Bis Du endlich begreifst, dass es auch Dir, trotz all der vielen Liebe die Du für O. in Dir trägst, nicht gelingen wird, die schwere narzisstische Wunde in seinem Inneren zu heilen. Und Du allmählich beginnst, Dich aus seinem dunklen Kosmos zu lösen.

Der Spätsommer 2015 beschert Dir eine rasche Initiation in die morbide Lebenswirklichkeit von O. Am 31.8. erfährst Du, dass der Brustkrebs seiner Freundin das reine Anfangsstadium bereits verlassen hat. „Heute hat der arzt anrufen!!!“ schreibt O. fühlbar konsterniert um 18.08h. „Lymphknoten sind befallen!!!“ Im anschließenden Chat entwickelt er wilde Verschwörungstheorien über die Ursache von Lolos Erkrankung. Schuld seien vor allem ihre Schwester, die vielen Streitigkeiten wegen des familieneigenen Firmengeflechts, die Sehnsucht nach ihren Neffen und, natürlich, die Ungerechtigkeit des Lebens überhaupt. „Es trifft so oft die Falschen!!!“ schreibt O. „Ich wüßte auf der Stelle mindestens zehn Leute die es verdient hätten!!! Aber sie nicht!! Sie kann einem wirklich leid tun!!!“ Etwaige Anteile seiner selbst oder gar eigene Verhaltensmuster blendet O. bei dieser abenteuerlichen extrinsischen Krankheitsbegründung natürlich konsequent aus. Und Du? Du hütest Dich, dazu etwas zu sagen.

Zwei Wochen später, in den frühen Morgenstunden des 15.9.2015 kommt es zwischen O. und Dir zu einem bahnbrechenden Chat, den Du noch Jahre danach als legendär einstufen wirst. Du erwachst an diesem Tag mit dem zwingenden Gefühl, von O. gebraucht, ja, regelrecht gerufen zu werden. Nachdem Du Dich mit Deinem Handy ins Wohnzimmer geschlichen und auf dem Sofa in eine Wolldecke gehüllt hast, begegnest Du via Whatsapp einem unmaskierten, einem wirklichkeitsnahen O. von luzider Authentizität. „Guten Morgen“ antwortet er, direkt nachdem Du ihn angeschrieben hast. „Auch schon wach?“ – „Ja“ antwortest Du. „Warum? Schlecht geträumt?“ fragt O. „Einfach nur so“ antwortest Du. „Und Du? Konntest Du ein bisschen schlafen?“ – „Leider nicht!“ antwortet O. „Ich habe immer so schlimme Träume!“ – „Oje!“ schreibst Du, während das Gefühl einer eigenartigen Schwere von Dir Besitz ergreift. „Was träumst Du?“ – „Alles mögliche!“ antwortet O. „Aber meistens sind es unangenehme Träume und sie sind sehr intensiv!“

Du erfährst, dass O. sehr oft davon träumt, verfolgt zu werden und flüchten zu müssen. Anscheinend durchstreift er in seinen Parasomnien häufig atomar verwüstete Landstriche. Und wird, als einziger Überlebender der noch wenige Habseligkeiten retten konnte, von obdachlosen Ausgestossenen belästigt und umstellt. Du kannst das Grauen dieser Traumgesichte spüren, als er davon schreibt. Und würdest gerne etwas tun um sie von ihm zu nehmen. „Du Armer. Wann schläfst Du denn überhaupt mal?“ schreibst Du, um von Deiner Hilflosigkeit abzulenken. „Paar Stunden bring ich schon zusammen“ antwortet O. „Und wenn Du wach bist? Was machst Du dann?“ fragst Du weiter. „Bisschen rumräumen, Musik hören, lesen“ antwortet O. „Ok. Ich wollte Dich nicht stören gerade!“ schreibst Du. „Ich bin nur vorhin wach geworden und habe an Dich gedacht!“ – „Das ist sehr lieb von dir Kleine“ antwortet O. „Du störst doch nicht. Hast Du eigentlich im Moment was an oder bist Du nackt?“ – „Ich hab ein T-Shirt an“ antwortest Du.

„Dann streichel doch ein bisschen Deine Brüste!“ schreibt O. „Du weißt ja dass mich das scharf macht!“ – „Ok“ antwortest Du. „Würdest Du mal gerne mit mir kuscheln?“ fragt O. „Oder engumschlungen im Bett mit mir liegen? Oder magst Du sowas gar nicht?“ – „Doch, O.! Zärtlichkeiten mag ich sehr!“ antwortest Du. „Nackt mit Dir unter einer Decke wäre schön! Einfach nur spüren dass Du in der Nähe bist. Das würde mir schon genügen!“ – „Dann lass uns das doch machen!“ schreibt O. „Möchtest Du so etwas denn?“ fragst Du. „Es wäre traumhaft!“ antwortet O. „Mit Dir möchte ich alles!“ – „Wirklich?“ fragst Du ungläubig, nach allem was Du über O. und seine Präferenzen weißt. „Babe“ antwortet O. „Ich kann es zwar selber kaum glauben dass ich mit Dir Dinge machen kann die ich nie für möglich gehalten hätte. Aber es ist so!“ – „Wahrscheinlich ist das so weil ich Dich liebe!“ antwortest Du. „Und weil wir super zusammen passen!“ – „Ja Babe!“ textet O. „Es war absolutes Schiksal dass wir uns begegnet sind.

Bevor Du antworten kannst, schreibt O. weiter. „Ich weiß dass ich Dich oft sehr quäle!“ textet er. „Dabei hättest Du eigentlich nur Gutes verdient!!! Ich weiß dass Du gern kuschelst und es zärtlich magst! Aber ich WILL Dich schlecht behandeln!!“ – „Das ist schon ok“ antwortest Du. „Es ist wirklich einfach unglaublich was ich im sexuellen Bereich alles mit Dir machen kann!!!“ schreibt O. „Nicht nur dass Du mich hinten küßt und Dich anpissen läßt – ich könnte Dich auch schlagen, fesseln, Dir nen Gürtel um den Hals legen und dich damit würgen und hinter mir herziehen!!! Sogar anspucken könnte ich Dich!!!“ – „Das stimmt“ antwortest Du. „Ich kann das aber nur mit Dir. Mit jemand anderem ginge es nicht. Du hast eine so charmante Art all diese Dinge zu machen. Es ist nichts Abstossendes für mich daran – im Gegenteil! Alles was von Dir kommt ist für mich wunderschön und wertvoll!“ Eine Pause entsteht. Das fahle Licht im Raum hellt sich allmählich auf. Die ersten Vogelstimmen erklingen im Garten.

Du aber wirst, ungeachtet des bevorstehenden Tagesanbruchs, jählings von einer fast narkoleptischen Schlafattacke übermannt. Dein Kopf sinkt in den Nacken, das Handy gleitet Dir aus der Hand, unter Deinen flatternden Lidern gewahrst Du Wolkenfetzen, Lichtkegel und das bleiche Gesicht von O. Als sein Nachrichten-Ton Dich aus den Halluzinationen reisst, siehst Du, dass er einen beispiellosen Text verfasst hat. „Du bist schön und gebildet!“ schrieb er, während Du weggedämmert warst. „Bist Mutter eines Sohnes und hältst ein Haus in Schuss! Darum fand ich es so überraschend dass Du all diese Dinge mit Dir machen lässt!!! Ok, wenn Du so eine gammlige Tussi wärst … Aber Du bist auch total gepflegt und feinfühlig! Es ist einfach unfassbar was ich durch Dich erlebe!!! Und was so alles in mir selbst steckt!!! Du hast das in mir erweckt!!! Ich verdanke Dir die aufregendsten körperlichen Erlebnisse in meinem Leben!!!“ – „Ja?“ schreibst Du benommen. „Ich dachte Du hast all sowas schon immer gemacht!“

„Nein!!!“ antwortet O. mit einer Vehemenz, die durch das Handy zu Dir dringt. „Du bist die Erste die mich hinten leckt!! Die Erste die ich anpisse!!! Die Erste die sich dreckiger und strenger behandeln lässt!! Aber Du! Du hast das schon öfter mit anderen Männern gemacht, oder?“ – „Nein!“ antwortest jetzt Du. „Ich kann das nur mit Dir. Aber ich wollte schon als Mädchen immer Sklavin spielen, zusammen mit einem Freund!“ – „Du warst eben schon immer eine geile Sau!“ schreibt O. „Und jetzt erzähl mir wie oft Du Deinen Mann schon betrogen hast!!!“ – „Ich hatte wirklich nicht so viele Männer wie Du denkst!“ antwortest Du. „Bei den meisten hat es schon gereicht was sie Dummes erzählen und dann kam es gar nicht mehr zu einem Date. Du hingegen warst unvergleichlich in Deiner Art mich aufzureißen! Das war damals ein Moment den ich nie vergessen werde. Ich war sofort total hin und weg von Dir!“ – „Babe, ich bin absolut glücklich dass Du mich ein bisschen magst und mir mein Leben so versüsst!“ textet O.

„Ich versuche es so gut ich kann denn ich mag Dich mehr als nur ein bisschen!“ antwortest Du. „Für mich ist es eine Art Märchen was ich mit Dir erlebe. Ich kann manchmal gar nicht glauben dass es wahr ist!“ – „Da geht es mir wie Dir!“ textet O. „Es ist ein Märchen!“ – „Ein dunkles Märchen“ schreibst Du. „Oh ja, ein sehr dunkles!!!“ echot O. Du würdest gerne wissen, ob O. wirklich ahnt, welche archetypischen Feengeschichten er um sich herum lebt und inszeniert. Doch bevor Du ihn dazu etwas fragen kannst, schreibt er erneut. „Das Chatten mit Dir hat mich mal wieder total aufgeheizt! Und darum werde ich es mir jetzt schnell machen und dabei an Dich denken!“ – „Tu das mein geheimnisvoller Prinz“ antwortest Du. „Ich liebe es wenn Du in mich eindringst!“ – „Und ich liebe es wenn ich über Deinem Gesicht knie und Du mich hinten küsst! Ich dabei Deine Muschi und Deine Beine sehe! Und Du Dich selber streichelst und stöhnst!“ antwortet O. Dann fällt die Sonne ins Zimmer. Euer Nacht-Chat ist zu Ende.

Zwei Stunden später aber meldet O. sich nochmals bei Dir. „Welche Schuhgröße hast Du?“ fragt er. „39“ antwortest Du. „Ich habe jetzt Highheels für Dich ausgesucht!“ schreibt O. nach einer kurzen Pause. „Hab fünf Paar bestellt und bezahlt. Ich konnte nicht anders. Hier ist die Tracking-Nummer. Sie kommen zu Dir!!!“ Am 17.9.2015 bekommst Du spätnachmittags tatsächlich ein riesiges Paket. Es enthält Ankle-Boots mit Leopardenmuster und dunkelrotem Stiletto-Absatz. Plateau-Pumps aus schwarzem Lederimitat, mit Nieten auf der Sohle. 14mm hohe Brautschuhe, bezogen mit elfenbeinfarbigem Satin. Hochhakige Peeptoes aus schwarzem Netzstoff, mit Strassperlen am Rand. Und rosé-golden schimmernde Glitzerheels. „Aschenputtel war gestern“ denkst Du, während Du Seidenpapier und Kartonagen im Altpapiercontainer eines benachbarten Wohngebäudes entsorgst. Dann beginnst Du damit, das erste Paar Schuhe an Deinen nackten Füssen zu fotografieren. Und bist Dir sicher, dass eine vollkommen neue Zeitrechnung begonnen hat zwischen Dir und O.

Out of the Blue …

Mittwoch, 23.7.2014, 14h. Es ist ein sonniger Nachmittag im Süden Deiner Stadt. Du bist unterwegs auf Deinem hellblauen Nostalgie-Fahrrad zur Schule Deines Sohnes. Du trägst Jeans, Sandalen und das blassrosa Empire-Top, in dem Du Dich so mädchenhaft und verletzlich fühlst. Die Rückenschleife aus braunem Rips flattert im Wind. Dein Handy piept. Sms. Du steigst ab und kauerst Dich in den Schatten der Hausfassade vor Dir um das Display zu lesen. Plötzlich ist jemand hinter Dir. Ein junger, kahlgeschorener, kräftiger Mann. Mit einem pechschwarzen Trekking-Rad. In blendend weißer Radsportkleidung. Er hat klare, schön geschnittene Gesichtszüge und streift Dich mit einem kühlen Blick aus grauen Augen. Er will mit Dir Kaffeetrinken, sagt er, in weicher, regionaler Sprachfärbung. Und verlangt Deine Handynummer. Du fühlst Dich auf eigenartige Weise gebannt. Und gibst sie ihm. Zwei Stunden später. Du bist wieder zu Hause. Er schreibt. Dein Empire-Top hat ihm gefallen, Dein tätowierter Rücken. „Du hast das gewisse Etwas, Babe!!!“ schreibt er und dass er Dich am Liebsten sofort jetzt treffen und ES mit Dir tun will. Er stellt Dir eigenartige Fragen. Ob Du Dir die Fingernägel lackierst. Ob Du erotische Dessous hast. Vor allem Catsuits. Nein, antwortest Du. Schließlich befiehlt er Dir, Dich in Dein Bett zu setzen und es Dir selbst zu machen. Du gehorchst, zu Deinem eigenen Erstaunen. Kommst heftig. Und weisst: Alles ist plötzlich anders als es gerade noch war.

Donnerstag, 24.7.2014 Vormittag. Dein neuer Bekannter schreibt. Er ist in der Stadt unterwegs und fragt nach Deiner Kleidergröße, um einen Rock und eine weisse Bluse für Dich zu kaufen. „Ich will schließlich dass Du geil ausschaust wenn ich es zum ersten Mal mit Dir mache!!! schreibt er. Du antwortest, dass Du ein schönes weites Sommerkleid hast, das sehr geeignet wäre für eine Nummer im Auto, so wie er sie momentan mit Dir plant. „Na gut, dann kaufe ich Dir eben nichts!“ schreibt er, spürbar enttäuscht. Wenige Minuten später jedoch voller Begeisterung: „Oh Babe, könntest Du dann morgen bitte gleich im Auto Dein Kleid hochtun damit ich Deine schönen Brüste berühren kann?“ Nachmittag. Weitere Fragen. Ob Du bereit bist es ohne Gummi mit ihm zu machen? Ob er auch IN Dir kommen darf? „Nicht so gern“ antwortest Du. „Oh Babe!!!“ schreibt er zurück, „Ich bin aber garantiert clean und Du doch auch!!“ Abend. Er plant, ES im leerstehenden Haus eines Freundes im Westen der Stadt mit Dir zu machen. „Ich will Dich endlich ficken!!!“ schreibt er. „Ich werde ganz vorsichtig in Dich eindringen und das wird ein unglaubliches Erlebnis für mich!!“ – „Ok!“ antwortest Du und gehst erschöpft zu Bett …

Freitag, 25.7.2014 10h. O. und Du seid verabredet in der Nähe einer U-Bahnstation im Südwesten der Stadt. Nur zehn Minuten von Deinem Zuhause entfernt. Ihr seid beide pünktlich. O. trägt weisse Chucks, hellbeige Bermudas und begrüßt Dich mit einem fordernden Kuss. Er schmeckt nach einem sehr starken Kaugummi und riecht nach einem erlesenen Herrenparfum. Mit einer Art Polizeigriff führt er Dich zu einem metallicbraunen Geländewagen und schubst Dich hinein. In der alten Villa geht alles sehr schnell. Schon im Treppenhaus fallt Ihr übereinander her. Er reisst Dir Dein Top herunter. Halbnackt schiebt er Dich nach oben, zu einem Klappbett in einem leeren Zimmer. O. beisst und leckt Deine Titten und küsst Dich zwischen den Beinen. Mit aller Kraft stemmst Du Dich gegen seine Zunge und kommst nach wenigen Sekunden. Dann zwingt er Deine Beine auseinander und dringt in Dich ein. ER, mit dem er in Dich eindringt ist sehr groß. Und vorne gekrümmt. O. stösst mehrmals heftig zu. Heftiger als alle Männer die Du vor ihm kanntest. Plötzlich aber hält er inne, steht auf und verlässt den Raum. Ein Geräusch hat ihn irritiert. Nach seltsam langgedehnten Minuten kehrt er wortlos zurück, kniet sich von hinten auf Dich, macht es sich mit wenigen Handbewegungen selber und entlädt sich stöhnend auf Deinen Rücken.

Samstag, 26.7.2014 Du erwachst früh, Bilder vor Augen. Der helle Körper. Genauso groß wie Du, aber muskulös und perfekt trainiert. Das Oberarmtattoo, ein Armreif mit Haken. Der kahlrasierte, schön geformte Hinterkopf. Die langen Wimpern, die umschatteten Augen. Der blasse Mund. Die schmerzverzerrt klingende Stimme die Dinge sagte wie „Ja, gibs mir, Du Drecksau!“ Gestern Abend schrieb er noch. Dass es wunderschön war und Du gut schlafen sollst. Du könntest nicht glücklicher sein. Früher Abend. Wetterwechsel. O. schreibt. Aber die Stimmung hat sich geändert. Er war offensichtlich nicht zufrieden mit der Begegnung von gestern. Fast so als ob er auf einem anderen Date gewesen wäre als Du. Du hättest ihn „nichts machen“ lassen, schreibt er, und Einiges von dem, was Du im Auto über Dich erzählt hast, käme ihm erfunden vor. Du versuchst die Misverständnisse zu klären. Umsonst. „Ich denke es ist besser wenn wir uns nicht wiedersehen!!“ textet er. Zutiefst getroffen formulierst Du eine Abschieds-Sms. Sie bleibt ohne Antwort. Geschockt gehst Du zu Bett.

Sonntag, 27.7.2014 Du verbringst eine unruhige Nacht. Kämpfst mit wilden, widerstreitenden Gefühlen. Hier noch Reste der Euphorie über das Sex-Abenteuer vom Freitag, die erotischste, aufregendste Begegnung Deines Lebens die es zweifellos war. Dort die Sehnsucht nach dem Körper, der Stimme, der Person, die Dich so im Sturm erobert, so gefangen genommen und gefesselt hat wie nie jemand zuvor. Und da der Schmerz über die kalte Ablehnung, ja Verachtung, die Dir plötzlich von seiner Seite so brutal entgegenschlug. Nie hat jemand Dich so absolut gewollt, so vollkommen begehrt wie er – aber auch nie hat jemand Dich so fallen gelassen. Innerhalb von drei Tagen. Es schüttelt Dich, Du frierst. Frühmorgens. Dein Handy piept. Ungläubig starrst Du drauf.  „Willst dass ich Dich nochmal ficke?“ schreibt er. „Ja!!“ antwortest Du, ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen. Und so beginnt sie, Deine Sucht.

Montag, 28.7.2014 Du bist glücklich über O.s Sinneswandel. Was immer auch ihn dazu gebracht hat, Dich so kurz nach Eurem aufregenden Zusammensein  beinahe zu verstossen – Du bist entschlossen, ihm nie wieder Grund zu geben an Dir, Deiner Ehrlichkeit, der Tiefe Deiner Gefühle zu zweifeln. Er soll spüren dass Du seines Vertrauens würdig bist. Und so beantwortest Du all die vielen Fragen, die er Dir auch heute wieder per Sms stellt, sehr ausführlich, detailliert und wahrheitsgetreu, fast so, als ob Du Dich im Kreuzverhör eines amerikanischen Gerichts befändest. Er möchte alles von Dir wissen. Mit wie vielen Männern hast Du bisher in Deinem Leben geschlafen? Wie oft, auf welche Weise? Wie haben sie ausgesehen, wie groß war ihr Schwanz und was haben sie alles mit Dir machen dürfen? Hast Du auch mal mit mehreren gleichzeitig? Wie bist Du am Besten zum Orgasmus gekommen? Durch Lecken, Reiten oder durch was sonst? „Schreib es mir, Babe!“ fordert er, schreib es ganz genau!! Ich weiss ja eh dass Du eine Nutte bist!!“

Dienstag, 29.7.2014 Die Befragungen gehen weiter. Heute möchte O. wissen wozu Du mit ihm bereit wärst, wie weit er mit Dir gehen könnte, sexuell. Ob Du bereit wärst, Dich fesseln, knebeln oder schlagen zu lassen? Ob er Dich filmen darf, während Du es Dir selbst machst? Ob Du ES mit einem anderen Mann tun würdest, während er zuschaut? Vielleicht sogar mit mehreren?  Ja, er habe einige Freunde, die sofort bei so etwas mitmachen würden, schreibt er. „Und sie würden Dir mit Sicherheit auch jeder 60 Euro geben!!“ Die Fragen quälen Dich, sie tun Dir weh, die letzte ganz besonders. Du wünschst Dir ja eigentlich nichts sehnlicher, als ihn wiederzusehen, Dich an ihn zu klammern, während er tief, tief in Dir drinnen kommt. Ein neues Date, so wie das Erste war. Um das zu erreichen, beantwortest Du all seine Fragen mit „Ja“. „Oh Babe“, schreibt er, „sowas wie Dich hab ich schon lange gesucht!! Du wirst mein Sex-Spielzeug sein!! Ich werde Dir weh tun und Dich erniedrigen dass Du Deine wahre Freude dran hast!!!“.

Mittwoch, 30.7.2014 Vormittags keine Nachricht von O. Die Stille fühlt sich sehr ungewohnt an. Einerseits bist Du dankbar für eine kleine Atempause, eine Chance zum Nachdenken. Andererseits machen sich Unsicherheit und Verlustangst breit. Hast Du ihm etwas Verletzendes geschrieben? Ist er enttäuscht von Dir? Begehrt er Dich nicht mehr,  jetzt wo er so viel von Dir weiss? Die Fragen kreisen unaufhörlich in Deinem Kopf, verhindern Erholung und klares Denken. Du willst ihn nicht verlieren … Nachmittag. Lastende Schwüle. Diffuses, schmutziges Licht. Du bist müde. Alles in Dir und um Dich herum fühlt sich leer und bedeutungslos an, auf eine Art, die Du bisher nicht kanntest. Du versucht Dich an den Gedanken zu gewöhnen dass es einfach ein verrückter Sommer-ONS war, nicht mehr, nicht weniger. Da piept Dein Handy.  „Schick mir ein Bild von Deinem Gesicht!!“ schreibt O. „Ich will es mir heute noch machen und Dein Gesicht dabei anschauen!“ Du gehorchst. Antwort kommt keine mehr zurück.

Donnerstag, 31.7.2014 O. meldet sich am Vormittag. Teilt mit, dass er Dich morgen gegen 10h treffen möchte. Du freust Dich, obwohl die Sms in sehr kühlem Ton gehalten ist. Bestimmt wird alles gut wenn Ihr Euch wiederseht und direkt miteinander sprechen könnt, denkst Du. Am Nachmittag kommt unvermutet ein einzelnder Satz: „Du musst wissen dass ich Gefühle für Dich habe!!!“ schreibt er. „Das ist doch schön, ich für Dich auch!“ antwortest Du. Schweigen. Abends. O. entwirft verschiedene Szenarien für gemeinsame „Ficks“. Es ist ihm wichtig Dein Stöhnen zu hören und zu sehen wie es Dir kommt, während er Dich nimmt. Du versprichst, dass Du ihm nichts vorenthalten wirst. Aber das genügt ihm nicht. Du bietest im an, ES Dir irgendwann mal vor seinen Augen mit Deinem Glasdildo zu besorgen. Die Idee gefällt ihm. „Mach es jetzt gleich und schick mir Bilder davon, Baby!!“ schreibt er. „Ich will es sehen!!“ Dazu seist Du jetzt aber nicht bereit, antwortest Du. Und er? „Babe, wenn schon das zuviel für Dich ist dann müssen wir es beenden!! Ich kann keine Schlampe brauchen die zickt!!!“

Freitag, 1.8.2014 Regenwetter. Du erwachst früh, nervös und beklommen. Du versuchst Dir vorzustellen wie es sein wird, wenn Du O. in zwei Stunden wiedersiehst, ihn, den Mann der Dich nun seit Tagen in Atem hält, fordert und beschäftigt wie keiner zuvor. Du hast Mühe seine Gesichtszüge genau zu erinnern. Gut dass Du ihn gleich treffen wirst! Da piept Dein Handy. „Ich komm nicht rechtzeitig von der Arbeit weg!“ schreibt er. Sonst nichts. Du sinkst in Dich zusammen. Enttäuschung mischt sich mit einer gewissen Erleichterung. Abend: O. schreibt. Er wird für ein paar Tage verreisen, teilt er Dir in kühlen Worten mit. Dann, im Nachsatz: „Der Grund warum ich fahre bist Du!! Bin dabei mich total in Dich zu verlieben, drehe durch!!!“ – „Bitte tu es mir nicht an dass ich Dich niemals wiedersehe!“ schreibst Du, während sich etwas in Dir zusammenkrampft. „Das werde ich nicht tun!“ antwortet er. „Mit Dir machen will ich es noch ganz ganz oft! Aber ich muss erst mein Herz prüfen wie tief meine Gefühle für Dich wirklich sind!!!“