Vêtements

Natürlich kommt am 8. Januar 2016 kein O. zu Dir zu Besuch, um sich in irgendeiner Weise von Dir glücklich machen zu lassen. Und den ganzen restlichen Monat hindurch auch nicht. Ebensowenig im Februar. Du verbringst die gesamte Hochwinterzeit allein. Allein mit dem Selfiestick. Allein mit den Leggings aus schwarz schimmerndem Lederimitat. Allein mit einem Paar signalroter Plateauheels, die Du im Online-Schuhandel noch bestellst. Und allein mit den vielen Fragen, Sorgen und Ungewissheiten, die sich Dir stellen im Bezug auf O. Wie krank ist seine Freundin wirklich? Deine Fantasien schwanken, während Du Tag für Tag in der Stille Deines Schlafzimmers auf dem Bett kniest und die Leggings immer wieder neu fotografierst. Mal glaubst Du, O. bereits an Lolos Sterbebett wachen zu sehen, von Infusionsschläuchen umgeben, totenbleich. Dann wieder befallen Dich Zweifel, ob die behauptete Krebserkrankung tatsächlich existiert. So flüchtig und ungreifbar ist alles, was O. dazu schreibt.

Dass O. unter erheblichen Belastungen steht, kannst Du nur indirekt, am Rande, durch Rückschlüsse erahnen. Erzählt wird Dir nichts. Aber am 11. Januar 2016 zeigt O. sich ungewöhnlich erschüttert vom Tode David Bowies. Dessen Gepflogenheit, zwischen verschiedenen Kunstfiguren und Alter Egos zu changieren, scheint DAS Role Model gewesen zu sein für O. Und eine Welt ohne das schillernde Chamäleon des Pop dunkel und leer. „David Bowie ist tod!!! I will miss him forever!“ schreibt er in seinen Whatsapp-Status. Dann verfällt er für zwei Tage in Schweigen. „Tut mir leid!!!“ antwortet er, als Du ihn am 14.1. zur Mittagszeit schüchtern kontaktierst. „Mir geht’s ziemlich schlecht. Hab starke Tabletten genommen und bin dadurch ziemlich weggetreten!!!“ – „Werd schnell wieder gesund mein Prinz!!!“ schreibst Du. Ohne nachzufragen, welche Medikamente zur Heilung welchen Leidens zum Einsatz kamen. Aber Du bist sicher: für den Fall einer seelischen Irritation werden Bedarfspsychopharmaka gehortet,  im Hause O. …

Einige Tage später sprüht O. wieder vor Energie und Tatendrang. „Babe“ schreibt er am 18.1. kurz vor 16 Uhr. „Ich sortiere gerade Jeans und Pullover bei mir aus!!! Kannst du oder dein Sohn was davon gebrauchen?“ – „Ja! Oh ja!“ antwortest Du, während tausend Erinnerungen an O.s luxuriöse Marken-Outfits Dein emotionales Gedächtnis fluten. „Ich fand alles was ich bisher an Dir gesehen habe wunderschön! Die Farben, der Look, das Material, alles! Ich wäre glücklich etwas davon hier bei mir zu haben!“ – „Meine Sachen sind gar nicht so besonders!!!“ schreibt O. „Aber es ist eine schwarze Strickjacke dabei die vielleicht was für dich wäre!!! Und wenns nur für Fotos und zum Ficken anziehen ist!!!“ – „Ich werde sie lieben!“ antwortest Du. „Dann bring ich dir die Sachen diese Woche noch vorbei!!!!“ schreibt O. „Danke!“ antwortest Du tief beseelt. Jedoch. Etwas in Deinem Inneren hält Dich davon ab, Dich allzusehr zu freuen. Und richtig. Am 21. 1., dem Tag an dem er Dich eigentlich besuchen wollte, schreibt O.:

„Braucht Dein Sohn wirklich Klamotten von mir? Kumpel fährt nach Polen in ein kleines armes Dorf und verteilt dort Sachen!!! Ich würde ne Strickjacke für dich zum Fotografieren aufheben!!! Kann ich ihm die Sachen mitgeben oder willst du was für deinen Sohn? Gute schwarze Schuhe heb ich auch noch für dich auf ok?“ – „Natürlich, Liebster. Mach es so wie Du es für richtig hältst!“ antwortest Du tapfer, während unangenehme, beschämende Gefühle sich in Deinem Inneren ausbreiten. Enttäuschung. Eifersucht. Das Empfinden um etwas gebracht, betrogen worden zu sein. „Bitte heb mir was auf. BITTE!!!“ schiebst Du verzweifelt hinterher. „Ich möchte mich so gern in ein Hemd oder einen Pulli von Dir kuscheln!“ – „Du bekommst was!“ antwortet O. nach ein paar Minuten. Gnädig. Huldvoll. Fühlbar berauscht von der Macht, die er über Dich hat. „Ich gebe dir ein weisses Anzug Hemd!!! Das ist bisschen länger und vom Stoff her feiner!!! Das sieht sicher super sexy an dir aus, ok?“ – „Oh Mann! Danke!“ antwortest Du. 

Am 26. 1. 2016 endet die Chemotherapie von O.s Freundin. Was Du nur deshalb erfährst, weil Dich am Abend dieses sehr nasskalten und leeren Tages eine besonders aufwühlende Melange aus Verlorenheit, Sehnsucht und Zukunftsangst umtreibt. So dass Du schließlich Dein Handy nimmst und schreibst: „Heute war für mich ein schwieriger Tag. Ich denke dauernd an Dich und hoffe so sehr dass die Chemo-Zeit jetzt bald rum ist. Es kommt mir brutal lang vor, ehrlich gesagt.“ – „Ich will dass Du eines weisst, für immer“ schiebst Du nach einer Weile, gebeutelt von Melodrama und Pathos hinterher. „Dich getroffen zu haben, O., war neben der Geburt meines Sohnes das wichtigste, prägendste Ereignis meines Lebens. Ich kann mir mein Leben ohne Dich nicht mehr vorstellen und ich liebe Dich. Und das wird immer so sein, egal was passiert.“ – „Heute war die letzte Chemo“ antwortet O. nach zwei Minuten. „Das freut mich!“ textest Du. „Ich wünsch Dir dass es nur noch aufwärts geht jetzt!“ O. schreibt nicht mehr zurück. 

Tags darauf holst Du eine schwarze Netzstrumpfhose, die Du vor längerer Zeit gekauft hast, aus der Mille-Fleur-Schachtel in Deinem Schrank. Stellst fest, dass Du sie Dir bis auf Achselhöhe über Deine Brust ziehen kannst. Machst Dir ein schwarzes Samthalsband um. Schlüpfst in die Leggings und die schwarzen Peeptoes mit Jetperlen am Rand. Kniest Dich aufs Bett und fotografierst Dich selbst mit ernstem, besorgtem, suchenden Blick. „Welch geiles Nuttenoutfit!!!“ schreibt O. begeistert, als Du ihm gegen 16h ein paar von den Bildern schickst. „Du hast ein unglaubliches Händchen für erotische Kleidung!!! Egal was du anziehst, es schaut immer super sexy an dir aus!!! Ich bin schon so gespannt wie mein weisses Hemd dir passen wird!!! Welche Schuhe willst du denn eigentlich dazu tragen?“ – „Entweder die schwarzen Peeptoes oder die roten“ antwortest Du. „Diejenigen die DIR lieber sind“ – „Dann fotografiere bitte nochmal die roten Schuhe für mich!!!“ schreibt O. „Damit ich eine Entscheidung treffen kann!“

Das Schreiben über stimulierende Kleidung. Über Strümpfe. Catsuits. Schuhe. Über getragene Herrenhemden. Zerrissene Jeans. Und wieder über Schuhe. Deren Farben. Und darüber, wie es alles zueinander passt. Wie es sich trägt und anfühlt bei Körperkontakt. Ob es zerreißbar ist oder aufgeschnitten werden muss, falls O. Deine darunter entblößten Brüste ertasten oder im Schritt einer Feinstrumpfhose oder Legging in Dich eindringen will. Kurz: die Fetischisierung Deines Körpers auf vielen, vielen Bildern. Das Entstehen eines immer subtileren Codes für die flackernden Gefühle zwischen Dir und O. Die Erschaffung einer Parallelwelt zu dem sinistren Raum der Eure Beziehung ohnehin längst ist. In hunderten von Chats. Dies alles wird Anfang des Jahres 2016 zum immer dichteren Netz unter den verbalen Drahtseilakten, die Du zusammen mit O. oder für ihn via Smartphone vollführst. Wenn es nichts mehr zu texten gibt. Wenn O. zu verschwinden, wegzugleiten droht. So kannst Du immer noch schreiben über Highheels und schrittoffene Slips.

Indessen treibt der Überlebenskampf von O.s Freundin gegen den Krebs in ihrer Brust einem weiteren dramatischen Höhepunkt entgegen. Am 24. 2.2016 ist eine umfassende OP geplant. Und O. hat natürlich ganz eigene Vorstellungen von dieser Zeit. „Du könntest zu mir kommen an den Tagen wenn sie im Krankenhaus ist!“ schreibt er eines Abends Anfang Februar. „Oder nachts!!! Du müsstest Anziehsachen mitbringen!!! Dann kann ich mich mal richtig an dir aufgeilen!!! Dich festbinden … und dann wieder rausschmeissen!!! Auf das freue ich mich total!!!“ – „Ok. Wir könnten aber auch einfach nur reden und uns sehen“ bringst Du schüchtern vor. „Wenn ich dich sehe will ich dich auch ficken!!!“ antwortet O. „Und dir weh tun!!!! Das weisst du genau! Ich habe es dir tausendmal geschrieben!!! Und jetzt ist es endlich soweit!!!“ O.s hyperbolische Sprache verfehlt auch diesmal nicht ihre Wirkung auf Dich. „Ok“ antwortest Du. Und siehst, dass ein sehr, sehr bleicher, krankhaft fahler Mond aufgegangen ist über den Häusern Deiner Stadt …

 

The Starry, Starry Nights

Mit dem Verklingen der festlichen Lieder am Ende der Weihnachtsfeiertage 2015 ist O. plötzlich wieder ANDERS. Nicht mehr eingemauert, unerreichbar und kalt so wie in den finsteren Stunden des Advent. Sondern offen und voller Berührbarkeit. Jedenfalls kommt es Dir so vor, als Du am 26.12. um 9h Dein Handy einschaltest und siehst, dass O. Dir um 5.34h schrieb. „Guten Morgen mein süßer Schatz!!!“ textete er. „Ich habe sehr starke Sehnsucht nach dir und bin sehr froh wenn wir uns wiedersehen!!!“ – „Oh Liebster!!! Es geht mir ganz genauso!!!“ schreibst Du dankbar zurück und eilst ins Badezimmer um Bilder von Deiner nackten Brust zu machen. „Ich bin so froh wenn die Ferien vorbei sind und ich Dir endlich wieder richtig dienen kann!“ Dass Du in diesem Moment Deinen Mann, Deinen Sohn und grosse Teile Deiner eigenen inneren Wertordnung verrätst, stört Dich nicht. Ebensowenig wie die Tatsache, dass O. Dir nichts erwidert. Das Glücksversprechen seiner Worte trägt Dich durch den ganzen langen Wintertag.

In der folgenden Nacht hält ein nahezu kristallin scheinender Sternenhimmel Dich davon ab, schlafen zu gehen. Stunde um Stunde bleibst Du im Wohnzimmer sitzen, hütest das Kaminofenfeuer und verlierst Dich im Anblick der glitzernden Asteroiden am mondhellen Firmament über Deinem Haus. Um 3.32h nimmst Du schließlich Dein Handy, öffnest Deine Chats mit O. und schreibst: „Guten Morgen! Ich bin gerade wach und denke an Dich. Es sind wunder- wunderschöne sternklare Vollmondnächte im Moment und ich würde mich so gerne mit Dir treffen!“ – „Ich weiss dass es nicht geht“ fügst Du nach einer kleinen Pause hinzu. „Aber Du sollst wissen dass ich es mir wünsche!“ Dann kuschelst Du Dich unter der Patchworkdecke auf der Couch zurecht. Gerade als Du dabei bist, Dich doch noch in einen leichten Dämmerzustand gleiten zu lassen, vibriert das leise gestellte Smartphone in Deiner Hand. „Guten Morgen Babe!“ schreibt O. „Weisst du wie du mich glücklich machen könntest?“ – „Wie denn?“ fragst Du erwartungsvoll.

„Du könntest dir im Internet eine enge Leggings aus schwarzem Lederimitatstoff bestellen!!!“ schreibt O.  „Eine die glänzt und schimmert!!! Am Besten gleich mehrere denn ich werde sie dir dann im Schritt aufschneiden!!! Würdest du das für mich tun?“ – „Na klar“ antwortest Du. „Ich mach mir nur Sorgen dass die dann gar nicht so toll an mir ausschaut!“ – „Babe, sie wird absolut perfekt an dir aussehen!“ schreibt O. „Du hast nen hammergeilen Körper und ich kann es kaum erwarten Sie an dir zu sehen!!!“ – „Dann mache ich das nachher“ antwortest Du. „Und sobald sie hier ist schreib ich es Dir und versuche auch Bilder zu machen, ok?“ – „Babe ich liebe dich!!!“ textet O. voller Leidenschaft. „Bitte bestelle sie!!! Ich gebe dir auch ganz sicher das Geld dafür!!! Wenn du willst dann gleich morgen!!!“ – „So eilig ist es jetzt nicht“ antwortest Du. „Dann gebe ich es dir gleich nach den Ferien!!!“ schreibt O. Eifrig. Voller Überschwang. „Ich bin gerade sehr glücklich!!! Davon träume ich schon  seit ewigen Zeiten!!! Danke!!!“

„Süsser!“ schreibst Du. „Ich wusste ja gar nicht dass Du da so drauf stehst! Ich dachte immer Catsuits sind das Heisseste für Dich!“ – „Mir hat das schon immer sehr gut gefallen – enge Hose und Highheels!!!“ antwortet O.  „Catsuits und Strümpfe bleiben natürlich meine Lieblingssachen!!!! Ich habe aber auch das mit dem Jeans-Aufreissen bei dir extrem geil gefunden!!! Es ist einfach unbeschreiblich für mich dass ich nun alle meine Wünsche von dir erfüllt bekomme!!!“ – „Ich liebe es Sachen für Dich anzuziehen und Bilder davon zu machen und zu hoffen dass es Dir gefällt!“ antwortest Du. „Jedes Bild von dir gefällt mir!!!“ fabuliert O. „Du bist wunderschön und unbeschreiblich erotisch!!! Noch nie hat eine Frau mich so erregt und glücklich gemacht wie du!!! Ich würde dir sehr gerne wieder was schenken. Hast du einen Wunsch? Dann gebe ich dir das Geld dafür!!!“ Du überlegst. Draußen scheint ein Schwarm flimmernder Sternschnuppen über den Nachthimmel zu gleiten. „Mein größtes Geschenk ist dass es Dich gibt“ antwortest Du dann.

Nachdem Euer Chat beendet und die arktische Sternennacht einem trüben Altjahresmorgen gewichen ist, begleitet ein Gefühl der Benommenheit Dich durch den ganzen restlichen Tag. O.s überbordende Begeisterung für Dich und alles was Du tust, kam genauso unvermutet und abrupt wie sein kaltes Schweigen in der Zeit davor. Und hinterlässt in Dir deshalb vor allem: Schock. Verwirrung. Unsicherheit. Und Angst, die neu erworbene Zuneigung gleich wieder zu verlieren. Deshalb wendest Du besonders viel Sorgfalt auf, die Online-Shops im Internet mit Deinem Smartphone nach schwarz glänzenden Leggings zu durchstöbern. Du suchst und sichtest. Wischst und zoomst. Bemühst Dich, Stoffbeschaffenheiten und Texturen zu erkennen. Bis Deine Augen schmerzen. Gelangst endlich, als es draußen bereits dunkelt, zu einer Kaufentscheidung. Schließt den elektronischen Bestellvorgang ab. Atmest auf. Hältst inne. Informierst O. Glücklich. Stolz. „Leggings geordert!“ Jedoch. Leider. O. antwortet nicht. O. schweigt.

Erst spätnachmittags am 30.12.2015 hörst Du wieder von O. „Ich liebe dich. Schick mir Bilder!!!“ schreibt er während Du gerade mit Deinem Mann und Deinem Sohn bei Tee und Lebkuchen zusammen in der Küche sitzst. „Ich konnte keine neuen machen!“ tippst Du mit dem Handy unter dem Tisch. „Dann schick mir alte!!!!“ schreibt O. „Irgendwelche!!! Ich brauche das jetzt!!!“ – „War heute Chemo?“ fragst Du ahnend. „Ja!!!“ antwortet O. „Und der Lolo geht’s schon wieder so schlecht dass sie morgen ne Bluttransfusion bekommt!!!“ – „Oh nein!“ schreibst Du, bemüht, Deine Bestürzung vor Deinem Mann und Deinem Sohn zu verbergen. „Ist super scheisse!“ schreibt O. „Und jetzt schick mir endlich Fotos. Ich will gleich noch wichsen und sie mir dabei anschauen!!!!“ Du zögerst. Denn Du würdest O. so gern auf andere Art helfen. Aber Du weisst dass das nicht geht. Also tust Du was er verlangt. Schickst Bilder von Deinem Körper in der zerrissenen Jeans. „Danke!!! Du bist einfach megageil!!!!“ schreibt O. nachdem er sie bekommen hat.

Am 2. Januar 2016 kommen die von O. so sehr ersehnten Leggings mit der Post bei Dir zu Hause an. Und O. ist vollkommen elektrisiert, als er erfährt, dass Du das Paket erfolgreich abgefangen hast. „Babe!!!“ schreibt er und hängt seiner Nachricht vier flehende Whatsapp-Hände an, „BITTE pack sie aus und zieh sie an!!! – „Ich bin nicht allein zu Hause!“ antwortest Du. „Bitte versuche es trotzdem!!!“ schreibt O. „Ich muss dich unbedingt in dieser Hose sehen!!!“ – „Ok“ antwortest Du, eilst ins Schlafzimmer, holst die schwarzen Peeptoes aus ihrem Versteck, hastest ins Badezimmer, sperrst Dich ein, zerrst Dir die Alltagskleider vom Körper, schneidest das Päckchen mit der Nagelschere auf, reisst die Leggings heraus, schlüpfst hinein, steigst in die Highheels, nimmst das Smartphone und machst Bilder, Bilder, Bilder für O. Rittlings auf dem Rand der Badewanne sitzend. In Hockstellung auf dem dunklen Fliesenboden. Lasziv an die Duschkabine gelehnt. Bis Dein Sohn an die Tür klopft und fragt ob alles ok ist im Bad …

„Ja, mein Zarewitsch!!!“ flötest Du nach draußen. Dann nimmst Du Dein Smartphone und schreibst: „Ich hab die Leggings jetzt fotografiert! Ich schick die Bilder, ok?“ – „Nein!!!“ antwortet O. „Ich möchte dich das erste Mal live in den Sachen sehen!!! KEIN Foto jetzt!!!“ – „Aber es war Dir doch so wichtig!!“ protestierst Du fassungslos während alle Energie aus Deinem Körper weicht. „Das war ein Test!!!“ antwortet O. Kalt. Unerbittlich. Vollkommen kontrolliert. „Ich wollte wissen ob du mir noch gehorchst!!!“ – “ Und? Weisst Du es jetzt??“ schreibst Du. „Ja Babe!“ antwortet O. „Wann sind die Ferien vorbei?“ – „Am 8. Januar bin ich wieder alleine hier“ schreibst Du. „Dann komme ich am 8. Januar zu dir!!“ antwortet O. „Gegen 9 Uhr. Würdest du dich dann bitte im Gesicht stark schminken? Mit richtig viel rotem Lippenstift?“ – „Ja ok“ schreibst Du und starrst vor Dich hin. Resigniert. Traurig. Leer. Weil Du plötzlich weisst: Egal, was passiert. Egal, was Du tust. SO werden O.s Spiele mit Dir immer weiter gehen …

Zum Ende der Weihnachtszeit, vom 5. auf den 6. Januar 2016 ereignet sich nochmals eine spektakulär fluoreszierende Winternacht. So erleuchtet, so lukulent, dass man fast glauben könnte, das sagenumwobene Nordlicht zu sehen. Wieder bleibst Du lange wach und beobachtest bizarr geformte Wolkenfelder, die mit rasender Geschwindigkeit über den funkelnden Sternenhimmel treiben. Und tatsächlich schreibt O. Dich in der Morgenfrühe, kurz vor Helligkeitsbeginn an. „Guten Morgen meine Mega sexy Lady!!!“ textet er. „Ich wünsche dir einen wunderschönen Feiertag!!! Ich denke die letzten Tage sehr sehr viel an dich!!! Meine Sehnsucht nach dir wird immer unerträglicher!!! Ich liebe dich!!!“ – „Oh Süsser! Es geht mir ganz genauso!“ schreibst Du beglückt zurück. „Ich freue mich schon so sehr darauf Dir endlich die schwarzen Leggings zu zeigen!“ – „Ich kann es jetzt wirklich kaum mehr erwarten dich darin zu sehen!!!“ antwortet O. „Und ich muss dir ehrlich gestehen dass ich Riesenlust darauf habe dich dann etwas härter ranzunehmen!!!“

„Wow!!“ antwortest Du. „Ich sehne mich so danach Dich zu spüren!“ – „Babe“ textet O. schwelgerisch, „es wird geradezu unglaublich werden wenn du in Highheels und Leggings vor mir stehst!!! Es wird mich wegtragen!!!“ Du antwortest nicht gleich. „Erstmal werde ich dich zärtlich küssen!!!“ schwärmt O. weiter. „Und dann werde ich in die Leggings mit meinem Taschenmesser einen kleinen Schlitz reinmachen bevor ich sie dann aufreisse!!! Das wird der absolute Wahnsinn für mich!!!“ – „Für mich auch!“ antwortest Du. „Babe“, schreibt O. wieder, „ich halte es nicht mehr aus!!! Schick mir bitte sofort die Bilder die du von der Leggings gemacht hast. Ich brauche das jetzt!!!“ – „Ok“ antwortest Du. Dann klickst Du Dich gehorsam in die Galerie von Deinem Smartphone, wählst 22 Bilder aus und sendest sie. „Ursula ich liebe dich!!!“ schreibt O. nach einer kleinen Weile zurück. „Ich hatte nie eine unglaublichere Frau als dich!!! Übermorgen kannst du mich glücklich machen!!!“ – „Das werde ich mein Gebieter!!!“ antwortest Du ….