Volte Face

Donnerstag, 27.11.2014 Erschöpft, aber glücklich, wie nach der Rückkehr aus fernen, unerschlossenen Klimazonen meldest Du Dich bei Deinen Freunden. Tagelang haben sie nichts von Dir gehört. Nun sind sie froh zu erfahren daß es Dir gut geht. Und beeindruckt von dem, was Du in den Nächten Deiner Online-Recherchen alles entdeckt und erlebt hast. Sie loben die Beharrlichkeit und Konsequenz Deines Vorgehens. Finden Dich tapfer. Mutig. Smart und cool. Sie teilen Deine Gefühle beim Blick auf die Traueranzeige für O.s Mutter. Und erahnen, nicht weniger als Du, das Gebrochene, Umdüsterte seiner Existenz. Die Bürde seines Aufwachsens in einer wahrscheinlich beschädigten Familie. Ihre anerkennenden Worte für Dich verbinden Deine Freunde aber auch mit der Hoffnung, daß Du nun loslassen kannst von O., jetzt, wo Du Grundlegenderes über ihn weißt. Sie wünschen Dir, daß Du den Blick von O.s Fatum lösen und nach vorne schauen kannst. Bald. Du gibst ihnen recht. Jedoch, Du hast nicht wirklich vor, O.s Schattenreich zu verlassen.

Freitag, 28.11.2014 Fürs Erste blickst Du einem freien, aufregenden Wochenende entgegen. Dein Mann fliegt für drei Tage nach London und Dein Sohn geht auf Konzertreise. Du selber bist eingeladen zu einem Tanzfest, das ehemalige Schulfreunde von Dir halbjährlich in einem Jugendhaus am Rande der Stadt veranstalten. Du freust Dich sehr darauf, unbelastet feiern zu können, zusammen mit Menschen die Dich mögen und die Du seit langem kennst. Du willst aber, falls möglich, auch die Chance nutzen und O. treffen. Tagsüber, vielleicht. Oder nachts? 17h. Du schreibst ihm. Und er antwortet: „Das ist ja geil, Babe! Dann machen wir gleich heute nacht ne Nummer im Auto! Wo wohnst Du nochmal genau? Schick mir Deine Adresse, dann hol ich Dich morgen früh ab!!“ Hey, gut drauf heute, denkst Du, während Du O. Deine Hausnummer und Straße mitteilst. „Danke, Babe!“ schreibt O. „Ich kann es kaum erwarten Dich zu sehen!“ – „Ich zieh dann Strümpfe und Highheels an, ok?“ schreibst Du. „Tu das, meine geile Schlampe!“ antwortet O.

Samstag, 29.11.2014, 2.30h. Du kommst zu Dir, nach einem kurzen, oberflächlichen Schlaf und besinnst Dich auf Dein bevorstehendes Date mit O. Willst aufstehen und im Halbdunkel schon mal nach Deinen Highheels und den halterlosen Strümpfen suchen, um im richtigen Moment bereit zu sein, für ihn. Da piept Dein Handy. „Guten Morgen, Kleine!“ schreibt O. „Guten Morgen“ antwortest Du. „Ich kann mich leider jetzt nicht mit Dir treffen!“ schreibt O. „Ich dachte ich wäre schon wieder so weit!! Aber es geht mir noch alles so nahe wegen meiner Ma!!!“ – „Das verstehe ich!“ antwortest Du. „Ich war jetzt ganz oft zusammen mit meinen Brüdern in dem Dorf wo ich aufgewachsen bin!!!“ schreibt O. „Und das muß ich erst noch verkraften!!! Du bist mir hoffentlich nicht böse!“ – „Überhaupt nicht!“ antwortest Du und kuschelst Dich wieder in den Kissen zurecht. Du hoffst, noch ein wenig mehr zu erfahren, über das kleine Dorf und O.s Brüder, und das, was dort alles so schwer zu bewältigen ist. Aber O. schreibt nicht mehr zurück.

Du sinkst zurück in den Halbschlummer. O.s Brüder, wie mögen sie wohl aussehen, denkst Du traumverloren. Und das kleine Dorf? Du könntest im Sommer mit dem Fahrrad hinfahren, denkst Du. Eine Tagestour wäre es wohl. Dann könntest Du sie kennenlernen, O.s Kindheitssphäre. Du träumst von Ahornbäumen, Getreidefeldern und einem wilden kleinen Jungen mit zerzaustem Haar. 6.15h. Dein Handy piept. „Guten Morgen!“ schreibt O. „Grts Dir besser?“ tippst Du mit verklebten Augen. „Leider nicht!“ schreibt O. „Aber ich hab eine starke Tablette genommen. Dadurch konnte ich ein bisschen schlafen.“ O.s Ausgesetztheit rührt Dich. Im Nebel Deines unwachen Zustands suchst Du angestrengt nach ein paar Worten der Fürsorge. Aber bevor Du sie ins Handy tippen kannst, schreibt O. erneut. Vollkommen verändert. Ausgetauscht. Nicht mehr haltsuchend und bedürftig. Sondern feindselig. Heimtückisch. Auftrumpfend und manipulativ. Seine Sexbesessenheit erhebt ihr basiliskenhaftes Haupt. Und haucht Dich lähmend an.

„Jetzt sei mal ehrlich, Du Schlampe!!“ schreibt O. „Es kommt nachher bestimmt gleich ein Ficker zu Dir wenn Du allein zu Hause bist!!“ – „Nein“ antwortest Du, überrumpelt von der 180-Grad-Wendung im Chatverlauf. „Dann könnte ich ja kommen, oder?“ schreibt O. „Sehr gern!“ antwortest Du. „Ich würde aber nicht besonders zärtlich zu Dir sein!“ schreibt O. „Warum nicht?“ tippst Du, Unheilvolles ahnend. „Mal angenommen ich würde Dich vergewaltigen“ schreibt O., „würdest Du mich anzeigen?“ – „Vergewaltigen? Anzeigen? Warum???“ schreibst Du panisch. „Weil ich Lust dazu habe!!!“ schreibt O. „Ich will Dich anal vergewaltigen!! Also. Zeigst Du mich danach an?“ – „Das kann ich doch gar nicht wenn ich Deinen Nachnamen nicht weiß!“ pokerst Du. „Könntest ja gegen unbekannt!“ kontert O. „Und außerdem könntest Du mich ja beschreiben!“ – „Ja“ antwortest Du. „Aber ich hoffe, daß Du mir niemals Grund gibst all das zu tun!“ – „Gut!!“ schreibt O. „Dann komm ich nachher zu Dir!!! Mach Dich auf eine harte Nummer gefaßt!!!“

Für ein paar Sekunden sitzst Du geschockt in Deinem Bett. Denkst an O.s bleichen, fast vollkommen haarlosen Körper und stellst Dir Deine hilflosen Versuche vor, ihn Polizeipsychologen und Vernehmungsbeamten adäquat zu beschreiben. Daß Du O.s Familiennamen seit kurzer Zeit kennst, ändert eigenartigerweise nichts an deinem Ohnmachtsgefühl. Im Gegenteil. Du spürst nur umso deutlicher, wie weit entfernt vom Rande des Normalen, Nachvollziehbaren sich Eure Beziehung längst bewegt. Wie tief Du selbst in eine Sphäre abgetaucht bist, in der bürgerliche Namen und Gesetze keine Relevanz besitzen. In der nur Eines zählt: das schillernde Herrschaftsprinzip der katzenhaften Eingebungen von O. Du bereust heftigst, ihm Deine Wohnadresse anvertraut zu haben. Dann aber nimmst Du Dich zusammen. Stehst auf, schüttelst Deine Bettdecke zurecht, gehst mit robotischen Bewegungen hinunter in die Küche und machst Tee. Ich muß aufräumen, bevor er kommt, denkst Du. Die äußere Ordnung aufrecht erhalten, so gut es geht. Da piept Dein Handy.

„Ich komm nicht rechtzeitig von zu Hause weg!“ schreibt O. „Ok“ antwortest Du, mit unkontrolliert zitternden Händen. „Vielleicht ganz gut so“ kannst Du Dir nicht verkneifen hinterher zu schicken, nachdem Du kurz durchgeatmet hast. „Eines Tages mache ich es auf jeden Fall!!!“ schreibt O. „Aber Du, Schlampe, biete mir nie wieder etwas an was Du dann doch nicht willst!! Sonst muß ich Dich bestrafen!!!“ – „Ich hab Dir ganz sicher nie angeboten mich anal zu vergewaltigen!“ antwortest Du empört. Doch O. schreibt nicht mehr zurück. Im Laufe des Nachmittags wirst Du sehr sehr müde. Du rollst Dich unter mehreren Wollplaids auf der Wohnzimmercouch zusammen und schläfst tief und traumlos für einige Stunden. Als Du wach wirst ist es bereits dunkel. Auf Deinem Handy sind mehrere Sms von Freunden die fragen, wann Du zum Tanzfest kommst. Eigentlich willst Du niemanden sehen. Fühlst Dich viel zu erschöpft und zu ausgelaugt um eine weitere Nacht zum Tage zu machen. Dann aber raffst Du Dich doch noch auf.

21.30h. Frisch geduscht stehst Du vor dem Badezimmerspiegel. Schminkst Dich ein bisschen. Deine Haare sind wieder ganz kurz geschnitten worden, vor wenigen Tagen. Und Du hast ein neues Empire-Top. Indigoblau, mit Streublümchenmuster und Spaghettiträgern. Es läßt den halben Rücken frei, so daß fast alle Deine Tattoos gut zu sehen sind. Mal schauen was passiert, denkst Du, während Du in Jeans und Parka schlüpfst und noch schnell ein paar Brennholzscheite für das geplante Lagerfeuer in Dein Fahrradkörbchen legst. Es ist eine trockene, sternklare Nacht. Erwartung liegt in der Luft. Du fährst los. Vor dem Jugendhaus werden bereits Flammen entfacht als Du ankommst. Drinnen wird ekstatisch getanzt. Der DJ mixt Alternative Rock mit Kult-Schlagern und Dancefloor-Sirtakis. Du wirst begrüßt, umarmt, mit Prosecco versorgt, auf die Tanzfläche gezogen. „Atemlos durch die Nacht“ singst Du, zusammen mit den Anderen. Dein Freund, der Suchtberater, winkt Dir im Trubel zu. Alles ist gut.

Kurz vor Mitternacht gehst Du ins Freie. Schaust in den Sternenhimmel. Denkst an O. Nimmst Dein Handy und schreibst: „Was machst Du gerade?“ – „Ich versuche zu schlafen. Warum?“ antwortet er. „Ich bin heute nacht auf einem Tanzfest“ schreibst Du. „Und wenn ich später heimfahre könnten wir uns treffen.“ – „Lieb von Dir“ antwortet O. „Aber wenn Du so verschwitzt bist will ich es nicht mit Dir machen!“ – „Ok“ schreibst Du. „Dann hab eine Gute Nacht!“ – „Du auch“ antwortet O. Du gehst wieder nach innen und holst Dir noch ein Glas Prosecco. Fühlst Dich ein wenig verloren, plötzlich. Ich sollte bald gehen, denkst Du. Da kommt aus dem Getümmel der Tanzfläche jemand auf Dich zu, nimmt Dich an der Hand und zieht Dich hinter sich her. Ein schmaler, unauffälliger Mann mit Brille, kaum größer als Du. Er ist begeistert von Dir. Deiner Art Dich zu bewegen. Deinen Tattoos. Ihr tanzt lange. In den Morgenstunden begleitet er Dich zu Deinem Fahrrad und Du gibst ihm Deine Handynummer. So endet Dein freies Wochenende.

 

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butterflyprincess
Literaturwissenschaftlerin

A Motherless Child

Montag, 17.11.2014 „Wow, so schnell schon bereit für eine neue Runde Missbrauch? “ schreibt Dein Freund, der Suchtberater, als Du ihm von Deiner Wiederannäherung an O. berichtest. „Naja, die Mesaillancen sind die Allerschönsten“ antwortest Du ein wenig trotzig. „Das hat sogar mein Doc gesagt!“ – „Oh, wußte gar nicht daß man auch auf ärztlichen Rat hin Vabanque und Russisch Roulette spielen kann!“ schreibt Dein Freund. „Dann verzock Dich nur nicht, Madame!“ Nein, tu ich nicht, denkst Du still für Dich. Denn, O. gibt Dir aktuell gar nicht die Möglichkeit dazu. Von Russisch Roulette kann keine Rede sein. Eher vom Mantel des Schweigens, hinter den sich O. so kurz nach Eurem Sonntags-Chat bereits wieder zurückgezogen hat. Die ganze Woche hindurch bekommst Du keine einzige Nachricht von ihm. Die neuerliche Funkstille zerrt an Deinen Nerven. Sie lastet auf Dir. Lähmt Dich und laugt Dich aus. Du fühlst Dich hilflos. Einsam. Tag für Tag zunehmend herabgewürdigt. Beleidigt und provoziert. Bis Du genug hast.

Samstag, 22.11.2014. 17h. Nach fünf Tagen hältst Du es nicht mehr aus, von O. zu Tode geschwiegen zu werden. Du nimmst Dein Handy und schreibst: „Ich weiß nicht ob es gut ist wenn wir noch in Kontakt sind. Mach Dir keine Sorgen um mich, ich bleibe nicht allein. Morgen nachmittag treff ich jemanden der sich schon lang wünscht mich zu sehen!“ Kurzzeitig empfindest Du eine Art Triumphgefühl. Ich kann auch anders, denkst Du. Dann jedoch holt Dich die Stille wieder ein. Und mit ihr das Gefühl, einen schweren Fehler gemacht zu haben. 23h. Dein Handy gibt ein eigenartiges Summen von sich. O. schreibt nur einen einzigen Satz: „Hallo!! Meine Mutter ist heute um 21 Uhr gestorben!!!“ – „Oh Gott. Verzeih mir! Es tut mir so leid!“ antwortest Du sofort. Und wunderst Dich ausnahmsweise mal nicht, warum Du keine Antwort bekommst. In der Nacht quälst Du Dich mit Selbstvorwürfen. Wie konntest Du so unsensibel sein? So taktlos? Du hattest nicht mehr wirklich an die Existenz von O.s todkranker Mutter geglaubt. Das rächt sich nun.

Sonntag, 23.11.2014 Mit einem flauen Gefühl im Magen kämpfst Du Dich durch den Tag. Es geht Dir nahe, Dir vorzustellen, daß O. eine Woche am Sterbebett seiner Mutter verbracht hat und nun Beerdigungsdetails zu klären hat. Zusammen mit seinen Brüdern. Es tut Dir aber auch weh, daß er Dich ausschloss aus seiner Gefühlswelt, in diesen Tagen. Dir keine Chance gab, Dein Mitgefühl zu zeigen. Und Dich gerade dadurch zu Deinem unangemessenen Verhalten verführte. 15h. Dein Handy schnarrt bösartig und scheint sich dabei ruckartig auf dem Tisch zu bewegen. O. schreibt wie entfesselt. Feuert Hass-Sms auf Dich ab. Du bist wieder einmal die Schlampe von der er weiß daß sie es mit ganz vielen Männern macht. Er weiß noch nicht mit wie vielen genau, aber er wird es herausfinden. Dann beruhigt er sich ein wenig. Fragt ob Du ihm weiterhin dienen und Wünsche erfüllen willst. Seine Schlampe und Sexgöttin sein. Die nachts auf Highheels zum Parkplatz kommt. Und ihn küßt. Du schwörst es ihm. Um 20h30 ist Euer Chat zu Ende.

Montag, 24.11.2014. 17h. O. schreibt. Erneut stakkatohaft. Irrlichternd. Voller morbider Energie. Vom Tod seiner Mutter: kein Wort. Dafür: Sex-Phantasien. Driftend. Vagabundierend. Beherrscht von Düsternis und Verlorenheit, mit Dir als Objekt von Erniedrigung und Missachtung. Du hast Mühe, seinen Imaginationen standzuhalten. Denn Du bist darin zu einer Unberührbaren geworden. Einer kastenlosen Frau, vom Bodensatz der Gesellschaft. „Ich will daß Du morgen tief nachts zum Parkplatz kommst!!!“ schreibt er auf dem Höhepunkt Eures Chats. „Es ist mir egal ob Dein Mann davon was merkt!!! Du mußt Highheels und Strümpfe anhaben. Und Du darfst kein Wort sagen!!!“ – „Überhaupt nichts?“ fragst Du zurück. „Kein Wort!!“ schreibt er. „Ich werde nichts mit Dir reden. Dich nicht anschauen oder anfassen!! Ich will nur daß Du Dich im Auto hinlegst. Und dann werde ich mich einfach mit meinem Hintern auf Dein Gesicht setzen. Du mußt mich lecken. Und dann mußt Du sofort wieder gehen!!!“ Du frierst als der Chat zu Ende ist.

Dienstag, 25.11.2014. 23h30. Hinter Dir liegt ein kalter, verregneter Tag. O. hat sich nicht mehr gemeldet. Damit blieb es Dir erpart, den schaurigen Plan einer anonymen, wortlosen Begegnung am Parkplatz bei Nacht in die Tat umzusetzen. Du bist erleichtert. Und empfindest es dennoch als kränkend, mit keiner Silbe darüber informiert worden zu sein daß Du zu Hause bleiben kannst. „Gedemütigt durch Schweigen“ denkst Du, während Du im kleinen Arbeitszimmer unter dem Dach den PC hochfährst. Dein Mann und Dein Sohn schlafen tief. Nicht ahnend daß Du seit Monaten ein zweites Leben führst. In einer Parallelwelt, mit eigenen Gesetzen und Erfordernissen. Ein Dasein, in dem es Dir heute etwa auferlegt ist, die Traueranzeigen und Kondolenzseiten Deiner Stadt und ihrer Umgebung im Internet zu durchstöbern, auf der Suche nach einer einzigen Information: O.s Namen. Wenn Du je eine Chance hattest zu erfahren wie O. mit vollem Namen heißt, dann jetzt, denkst Du. Und klickst Dich klopfenden Herzens durch die Seiten.

Der Regen prasselt auf das Dachfenster Eures Hauses. Zwei Stunden lang kämpfst Du Dich am PC durch Gedenkseiten und Trauerportale. Sichtest Todesanzeigen, Sterbebilder, virtuelle Erinnerungskerzen und Rosenkränze. Liest Sinnsprüche des Abschieds und der Anteilnahme. Stets die Namen der Hinterbliebenen im Blick. Es ist eine mühselige Arbeit. Deine Augen schmerzen. Die Trauer um Menschen, die Du nie gekannt hast, greift Dich an. Vor allem aber empfindest Du Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, tiefe Resignation. „Alles sinnlos“ denkst Du. „Er wird immer ein Phantom bleiben“. Du überlegst, die Suche einzustellen. Schämst Dich für Dein indiskretes Wühlen im Verlustschmerz Anderer. Beschließt, noch drei Seiten zu scrollen. Überfliegst sie mit flatternden Lidern, ohne richtig hinzusehen. Willst aufstehen, schlafen gehen, O. einfach vergessen. Da bleibt Dein Blick an einer Traueranzeige mit farbigem Bild hängen. Ungläubig starrst Du darauf. Du siehst das Gesicht und den Namen von O.

Schlagartig bist Du wieder hellwach. Du fühlst eine Woge von Adrenalin durch Deine Körperzellen rauschen, während Du versuchst, die unverhoffte Informationsfülle auf der Bildschirmoberfläche zu erfassen. O.s Nachnamen hattest Du herausfinden wollen. Und nun entdeckst Du so Vieles mehr. Daß O. der Jüngste von drei Brüdern ist wußtest Du ja schon.  Nun kannst Du lesen wie sie heißen, daß sie Ehefrauen oder Lebenspartnerinnen haben, daß der Älteste von ihnen, O.s Halbbruder, Vater zweier Söhne ist. Auch den Vornamen von O.s Freundin erfährst Du nun. Du siehst, daß O.s Mutter wenige Tage nach ihrem 74. Geburtstag starb und erkennst auf dem Erinnerungsbild in der linken oberen Ecke der Sterbeanzeige O.s Gesichtszüge in den ihrigen vollkommen wieder. Derselbe blasse Mund. Die gleiche Form und Farbe der Augen. Nur ist der Blick von O.s Mutter hinter der biederen Brille weder magisch, noch arrogant. Sie hat keine dichten Wimpern und keine umschatteten Lider. Dies ist das Alleinstellungsmerkmal von O.

Du betrachtest das Inserat noch ein wenig genauer und erinnerst Dich. Während Eurer gemeinsamen Autofahrt zur alten Villa, dem Ort Eurer ersten intimen Begegnung, hatte O. Dir erzählt daß er in einem sehr kleinen Dorf aufgewachsen sei. Ca. 30 Kilometer nordöstlich von Deiner Stadt. Sein Großvater habe ihm dort beigebracht, Dinge immer erst dann wegzuwerfen, wenn sie wirklich irreparabel kaputt und unbrauchbar seien. Wie Du nun siehst, hat O.s Mutter in diesem seinem Heimatdorf bis zu ihrem Tod gewohnt. Der Ortsname ist in der Traueranzeige jedenfalls angegeben. Du kannst es googeln, einen kurzen Wikipedia-Eintrag darüber lesen, es aus der Vogelperspektive besichtigen bei Google Earth. Du empfindest Wehmut beim Blick auf die akkurate kleine Ansammlung ländlicher Häuser von oben. In einem von ihnen wurde O. zu dem der er heute ist, denkst Du. Verletzt, einsam, ohne Vertrauen, stets auf der Flucht. Und plötzlich fällt Dir auf: der Name von O.s Vater fehlt in der Todesannonce.

Der Morgen graut. Dir ist kalt. Du hast die ganze Nacht vor dem PC verbracht. Hast Menschen, Zahlen und Orte im Internet gesucht und gefunden. Hast Bedrängendes klären können. O. hat – nun auch für Dich – einen Namen. Ein Umfeld. Eine Herkunft die offen vor Dir liegt. Er ist ein Mensch. Eine Person mit einer Biografie. Kein Phantasiegebilde mehr. Kein Gespenst. Du bist erleichtert. Dankbar zu sehen, daß er Dich nie belogen hat, über seinen familiären und sozialen Hintergrund. Voller Hoffnung ihm neu begegnen zu können, auf der Basis dieses Wissens. Und dennoch fühlst Du eine tiefe Traurigkeit, als Du den PC abschaltest, ins Schlafzimmer hinunter gehst und Dich dort im Bett an den warmen Rücken Deines Mannes kuschelst, der langsam wach wird. Denn, so sehr Du auch im Netz gesucht hast, über O. selbst war dort absolut nichts zu finden. Kein Bild. Keine Adresse. Keine Homepage. Keine Präsenz in einem sozialen Netzwerk. Nichts. Er ist und bleibt ein Spurenverwischer. Ein Verschwinder. Und das bedrückt Dich sehr.

Mittwoch, 26.11.2014. 2h. Du bist zu aufgewühlt um zu schlafen. O.s Situation läßt Dich nicht los. Du nimmst Dein Handy und schreibst: „Es macht mich sehr traurig was mit Deiner Mama passiert ist. Du hättest ruhig öfter und mehr davon erzählen können. Viele Küsse!“ Du erwartest keine Reaktion. Doch nur Sekunden später antwortet O. Ungewohnt authentisch. Berührbar. „Kannst Du auch nicht schlafen?“ fragt er. „So ungefähr“ antwortest Du. „Schön daß ich nicht allein bin!“ schreibt O. „Gestern war ja die Beerdigung. Das hat mich nochmal total nieder gestreckt!“ – „Ich versteh Dich!“ antwortest Du. „Ich weiß, Kleine!“ schreibt O. „Du hilfst mir sehr viel! Und bald will ich es wieder im Auto mit Dir machen! Du darfst aber nicht nochmal bluten, ok?“ – „Ich werde garantiert nie wieder bluten!“ schreibst Du. „Du bist einfach meine Sexgöttin!“ schreibt O. „Könntest Du jetzt noch rauskommen?“ – „Leider nicht“ antwortest Du. „Schade“ schreibt O. „Dann fahr ich jetzt noch alleine ein bißchen rum! Schlaf gut, mein Engel!!“

 

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butterflyprincess
Literaturwissenschaftlerin

Out of the Blue …

Mittwoch, 23.7.2014, 14h. Es ist ein sonniger Nachmittag im Süden Deiner Stadt. Du bist unterwegs auf Deinem hellblauen Nostalgie-Fahrrad zur Schule Deines Sohnes. Du trägst Jeans, Sandalen und das blassrosa Empire-Top, in dem Du Dich so mädchenhaft und verletzlich fühlst. Die Rückenschleife aus braunem Rips flattert im Wind. Dein Handy piept. Sms. Du steigst ab und kauerst Dich in den Schatten der Hausfassade vor Dir um das Display zu lesen. Plötzlich ist jemand hinter Dir. Ein junger, kahlgeschorener, kräftiger Mann. Mit einem pechschwarzen Trekking-Rad. In blendend weißer Radsportkleidung. Er hat klare, schön geschnittene Gesichtszüge und streift Dich mit einem kühlen Blick aus grauen Augen. Er will mit Dir Kaffeetrinken, sagt er, in weicher, regionaler Sprachfärbung. Und verlangt Deine Handynummer. Du fühlst Dich auf eigenartige Weise gebannt. Und gibst sie ihm. Zwei Stunden später. Du bist wieder zu Hause. Er schreibt. Dein Empire-Top hat ihm gefallen, Dein tätowierter Rücken. „Du hast das gewisse Etwas, Babe!!!“ schreibt er und dass er Dich am Liebsten sofort jetzt treffen und ES mit Dir tun will. Er stellt Dir eigenartige Fragen. Ob Du Dir die Fingernägel lackierst. Ob Du erotische Dessous hast. Vor allem Catsuits. Nein, antwortest Du. Schließlich befiehlt er Dir, Dich in Dein Bett zu setzen und es Dir selbst zu machen. Du gehorchst, zu Deinem eigenen Erstaunen. Kommst heftig. Und weisst: Alles ist plötzlich anders als es gerade noch war.

Donnerstag, 24.7.2014 Vormittag. Dein neuer Bekannter schreibt. Er ist in der Stadt unterwegs und fragt nach Deiner Kleidergröße, um einen Rock und eine weisse Bluse für Dich zu kaufen. „Ich will schließlich dass Du geil ausschaust wenn ich es zum ersten Mal mit Dir mache!!! schreibt er. Du antwortest, dass Du ein schönes weites Sommerkleid hast, das sehr geeignet wäre für eine Nummer im Auto, so wie er sie momentan mit Dir plant. „Na gut, dann kaufe ich Dir eben nichts!“ schreibt er, spürbar enttäuscht. Wenige Minuten später jedoch voller Begeisterung: „Oh Babe, könntest Du dann morgen bitte gleich im Auto Dein Kleid hochtun damit ich Deine schönen Brüste berühren kann?“ Nachmittag. Weitere Fragen. Ob Du bereit bist es ohne Gummi mit ihm zu machen? Ob er auch IN Dir kommen darf? „Nicht so gern“ antwortest Du. „Oh Babe!!!“ schreibt er zurück, „Ich bin aber garantiert clean und Du doch auch!!“ Abend. Er plant, ES im leerstehenden Haus eines Freundes im Westen der Stadt mit Dir zu machen. „Ich will Dich endlich ficken!!!“ schreibt er. „Ich werde ganz vorsichtig in Dich eindringen und das wird ein unglaubliches Erlebnis für mich!!“ – „Ok!“ antwortest Du und gehst erschöpft zu Bett …

Freitag, 25.7.2014 10h. O. und Du seid verabredet in der Nähe einer U-Bahnstation im Südwesten der Stadt. Nur zehn Minuten von Deinem Zuhause entfernt. Ihr seid beide pünktlich. O. trägt weisse Chucks, hellbeige Bermudas und begrüßt Dich mit einem fordernden Kuss. Er schmeckt nach einem sehr starken Kaugummi und riecht nach einem erlesenen Herrenparfum. Mit einer Art Polizeigriff führt er Dich zu einem metallicbraunen Geländewagen und schubst Dich hinein. In der alten Villa geht alles sehr schnell. Schon im Treppenhaus fallt Ihr übereinander her. Er reisst Dir Dein Top herunter. Halbnackt schiebt er Dich nach oben, zu einem Klappbett in einem leeren Zimmer. O. beisst und leckt Deine Titten und küsst Dich zwischen den Beinen. Mit aller Kraft stemmst Du Dich gegen seine Zunge und kommst nach wenigen Sekunden. Dann zwingt er Deine Beine auseinander und dringt mit seinem sehr grossen, vorn gekrümmten Schwanz in Dich ein. Er stösst mehrmals heftig zu. Heftiger als alle Männer die Du vor ihm kanntest. Plötzlich aber hält er inne, steht auf und verlässt den Raum. Ein Geräusch hat ihn irritiert. Nach seltsam langgedehnten Minuten kehrt er wortlos zurück, kniet sich von hinten auf Dich, macht es sich mit wenigen Handbewegungen selber und spritzt stöhnend auf Deinen Rücken.

Samstag, 26.7.2014 Du erwachst früh, Bilder vor Augen. Der helle Körper. Genauso groß wie Du, aber muskulös und perfekt trainiert. Das Oberarmtattoo, ein Armreif mit Haken. Der kahlrasierte, schön geformte Hinterkopf. Die langen Wimpern, die umschatteten Augen. Der blasse Mund. Die schmerzverzerrt klingende Stimme die Dinge sagte wie „Ja, gibs mir, Du Drecksau!“ Gestern Abend schrieb er noch. Dass es wunderschön war und Du gut schlafen sollst. Du könntest nicht glücklicher sein. Früher Abend. Wetterwechsel. O. schreibt. Aber die Stimmung hat sich geändert. Er war offensichtlich nicht zufrieden mit der Begegnung von gestern. Fast so als ob er auf einem anderen Date gewesen wäre als Du. Du hättest ihn „nichts machen“ lassen, schreibt er, und Einiges von dem, was Du im Auto über Dich erzählt hast, käme ihm erfunden vor. Du versuchst die Misverständnisse zu klären. Umsonst. „Ich denke es ist besser wenn wir uns nicht wiedersehen!!“ textet er. Zutiefst getroffen formulierst Du eine Abschieds-Sms. Sie bleibt ohne Antwort. Geschockt gehst Du zu Bett.

Sonntag, 27.7.2014 Du verbringst eine unruhige Nacht. Kämpfst mit wilden, widerstreitenden Gefühlen. Hier noch Reste der Euphorie über das Sex-Abenteuer vom Freitag, die erotischste, aufregendste Begegnung Deines Lebens die es zweifellos war. Dort die Sehnsucht nach dem Körper, der Stimme, der Person, die Dich so im Sturm erobert, so gefangen genommen und gefesselt hat wie nie jemand zuvor. Und da der Schmerz über die kalte Ablehnung, ja Verachtung, die Dir plötzlich von seiner Seite so brutal entgegenschlug. Nie hat jemand Dich so absolut gewollt, so vollkommen begehrt wie er – aber auch nie hat jemand Dich so fallen gelassen. Innerhalb von drei Tagen. Es schüttelt Dich, Du frierst. Frühmorgens. Dein Handy piept. Ungläubig starrst Du drauf.  „Willst dass ich Dich nochmal ficke?“ schreibt er. „Ja!!“ antwortest Du, ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen. Und so beginnt sie, Deine Sucht.

Montag, 28.7.2014 Du bist glücklich über O.s Sinneswandel. Was immer auch ihn dazu gebracht hat, Dich so kurz nach Eurem aufregenden Zusammensein  beinahe zu verstossen – Du bist entschlossen, ihm nie wieder Grund zu geben an Dir, Deiner Ehrlichkeit, der Tiefe Deiner Gefühle zu zweifeln. Er soll spüren dass Du seines Vertrauens würdig bist. Und so beantwortest Du all die vielen Fragen, die er Dir auch heute wieder per Sms stellt, sehr ausführlich, detailliert und wahrheitsgetreu, fast so, als ob Du Dich im Kreuzverhör eines amerikanischen Gerichts befändest. Er möchte alles von Dir wissen. Mit wie vielen Männern hast Du bisher in Deinem Leben geschlafen? Wie oft, auf welche Weise? Wie haben sie ausgesehen, wie groß war ihr Schwanz und was haben sie alles mit Dir machen dürfen? Hast Du auch mal mit mehreren gleichzeitig? Wie bist Du am Besten zum Orgasmus gekommen? Durch Lecken, Reiten oder durch was sonst? „Schreib es mir, Babe!“ fordert er, schreib es ganz genau!! Ich weiss ja eh dass Du eine Nutte bist!!“

Dienstag, 29.7.2014 Die Befragungen gehen weiter. Heute möchte O. wissen wozu Du mit ihm bereit wärst, wie weit er mit Dir gehen könnte, sexuell. Ob Du bereit wärst, Dich fesseln, knebeln oder schlagen zu lassen? Ob er Dich filmen darf, während Du es Dir selbst machst? Ob Du ES mit einem anderen Mann tun würdest, während er zuschaut? Vielleicht sogar mit mehreren?  Ja, er habe einige Freunde, die sofort bei so etwas mitmachen würden, schreibt er. „Und sie würden Dir mit Sicherheit auch jeder 60 Euro geben!!“ Die Fragen quälen Dich, sie tun Dir weh, die letzte ganz besonders. Du wünschst Dir ja eigentlich nichts sehnlicher, als ihn wiederzusehen, Dich an ihn zu klammern, während er tief, tief in Dir drinnen kommt. Ein neues Date, so wie das Erste war. Um das zu erreichen, beantwortest Du all seine Fragen mit „Ja“. „Oh Babe“, schreibt er, „sowas wie Dich hab ich schon lange gesucht!! Du wirst mein Sex-Spielzeug sein!! Ich werde Dir weh tun und Dich erniedrigen dass Du Deine wahre Freude dran hast!!!“.

Mittwoch, 30.7.2014 Vormittags keine Nachricht von O. Die Stille fühlt sich sehr ungewohnt an. Einerseits bist Du dankbar für eine kleine Atempause, eine Chance zum Nachdenken. Andererseits machen sich Unsicherheit und Verlustangst breit. Hast Du ihm etwas Verletzendes geschrieben? Ist er enttäuscht von Dir? Begehrt er Dich nicht mehr,  jetzt wo er so viel von Dir weiss? Die Fragen kreisen unaufhörlich in Deinem Kopf, verhindern Erholung und klares Denken. Du willst ihn nicht verlieren … Nachmittag. Lastende Schwüle. Diffuses, schmutziges Licht. Du bist müde. Alles in Dir und um Dich herum fühlt sich leer und bedeutungslos an, auf eine Art, die Du bisher nicht kanntest. Du versucht Dich an den Gedanken zu gewöhnen dass es einfach ein verrückter Sommer-ONS war, nicht mehr, nicht weniger. Da piept Dein Handy.  „Schick mir ein Bild von Deinem Gesicht!!“ schreibt O. „Ich will es mir heute noch machen und Dein Gesicht dabei anschauen!“ Du gehorchst. Antwort kommt keine mehr zurück.

Donnerstag, 31.7.2014 O. meldet sich am Vormittag. Teilt mit, dass er Dich morgen gegen 10h treffen möchte. Du freust Dich, obwohl die Sms in sehr kühlem Ton gehalten ist. Bestimmt wird alles gut wenn Ihr Euch wiederseht und direkt miteinander sprechen könnt, denkst Du. Am Nachmittag kommt unvermutet ein einzelnder Satz: „Du musst wissen dass ich Gefühle für Dich habe!!!“ schreibt er. „Das ist doch schön, ich für Dich auch!“ antwortest Du. Schweigen. Abends. O. entwirft verschiedene Szenarien für gemeinsame „Ficks“. Es ist ihm wichtig Dein Stöhnen zu hören und zu sehen wie es Dir kommt, während er Dich nimmt. Du versprichst, dass Du ihm nichts vorenthalten wirst. Aber das genügt ihm nicht. Du bietest ihm an ES Dir irgendwann mal vor seinen Augen mit Deinem Glasdildo zu besorgen. Die Idee gefällt ihm. „Mach es jetzt gleich und schick mir Bilder davon, Baby!!“ schreibt er. „Ich will es sehen!!“ Dazu seist Du jetzt aber nicht bereit, antwortest Du. Und er? „Babe, wenn schon das zuviel für Dich ist dann musst Du es mit mir beenden!! Ich kann keine Schlampe brauchen die zickt!!!“

Freitag, 1.8.2014 Regenwetter. Du erwachst früh, nervös und beklommen. Du versuchst Dir vorzustellen wie es sein wird, wenn Du O. in zwei Stunden wiedersiehst, ihn, den Mann der Dich nun seit Tagen in Atem hält, fordert und beschäftigt wie keiner zuvor. Du hast Mühe seine Gesichtszüge genau zu erinnern. Gut dass Du ihn gleich treffen wirst! Da piept Dein Handy. „Ich komm nicht rechtzeitig von der Arbeit weg!“ schreibt er. Sonst nichts. Du sinkst in Dich zusammen. Enttäuschung mischt sich mit einer gewissen Erleichterung. Abend: O. schreibt. Er wird für ein paar Tage verreisen, teilt er Dir in kühlen Worten mit. Dann, im Nachsatz: „Der Grund warum ich fahre bist Du!! Bin dabei mich total in Dich zu verlieben, drehe durch!!!“ – „Bitte tu es mir nicht an dass ich Dich niemals wiedersehe!“ schreibst Du, während sich etwas in Dir zusammenkrampft. „Das werde ich nicht tun!“ antwortet er. „Mit Dir machen will ich es noch ganz ganz oft! Aber ich muss erst mein Herz prüfen wie tief meine Gefühle für Dich wirklich sind!!!“

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